Dienstag, 21. August 2018

Große Traurigkeit

Der wunderbare, visionäre, bis zuletzt kämpferische Publizist und Friedenskämpfer, Träger des alternativen Nobelpreises, Uri Avnery ist tot.

http://www.uri-avnery.de/news/480/17/Uri-Avnery-am-20-8-2018-verstorben---Ein-Nachruf

Eine große und wichtige Stimme für Frieden mit Palästina, eine Stimme derer in Israel, die eine Versöhnung mit ihren arabischen Nachbarn wollen, ist verstummt. 

https://www.deutschlandfunk.de/nachruf-der-israelische-publizist-uri-avnery-ist-tot.691.de.html?dram:article_id=425902

Ich verneige mich vor seinem Wissen, seinem Kampfgeist, seiner Nimmermüdigkeit für eine Versöhnung zwischen Israel und Palästina. 

Gute Reise!


Sonntag, 19. August 2018

Raubtierfütterung draussen

Ich möchte Tomatensoße kochen für Pizza und Kuchen backen. 
Die Küchentür geht direkt auf den Balkon und die Damen Wespen sind gleich drinnen.

Also findet die Fütterung der Raubtiere draussen statt. 

Sie bleiben vor der Tür, nur ganz selten kommt eine rein, die ich gleich wieder raus schicke. 
Dort holen sie Verstärkung!



Letzten Donnerstag auf dem Markt sah ich der Metzgerin zu, wie sie freundlich ein kleines Schälchen Restefleisch oben auf der Theke, ganz in der Ecke, wo eh kein Kunde schaut, plazierte, mich ansah und lächelte „für die Wespen“. Ja das kenn ich doch, dachte ich bei mir und lächelte zurück.
 

Pizza - die letzte hat keiner mehr geschafft. 


Ernte aus dem Garten:

Vier Zwiebelsorten. Erst gibts die Kleinen, die Großen liegen im Gartenhaus zum Trocknen. 


Tomatenschwemme - peruanische Minitomate, Kirschtomaten und gelbe Spitz- und Stumpfnasen - 2 gelbe Datteltomaten, Saatgut aus Spanien, seit bald 20 Jahren immer wieder selbst vermehrt. 






Mirabellen-Heidelbeer-Kuchen


Ich wünsche einen geruhsamen Sonntag.



Montag, 13. August 2018

Wie der August riecht

Der August riecht nach Sonnenmilch, noch immer, 
nach Schweiss, in Strömen rinnend, 
wartend auf eine Brise. 

Er riecht nach giftigem Lakritz des schmelzenden Asphalts, 
nach dürrer Erde, Straßenstaub und Stroh, 
manchmal nach Feuer. 

Er raschelt mit den Blättern, die herbstverfrüht die Füße 
der müden blassen Straßenbäume säumen. 

Nach neuen Büchern riecht er, der August, 
Bleistiften, frisch gespitzt und Tinte königsblau. 
Der Tintenkiller schmeckt so scheusslich wie sechs Wochen vorher. 
Nach Turnhallengummi, Füßemief und Klassenräumen,
in denen Sommer eingesperrt war, riecht er. 

Nach sonnensatter Müdigkeit.

Die Wege von und zu dem Rummelplätzen, 
mit ihren Bier-, Urin- und Kotzelachen 
stinken mit trocken fallenden Kanälen um die Wette, 
denen der Regen fehlt, den Unrat wegzuschwemmen. 
Sogar der Fluss mufft vor sich hin, grün und algig, 
Aquariengeruch, warm, abgestanden, wie unter einem Deckel. 
Zwischen den bloßgelegten Wellenbrechern trocknet Müll, 
verwesen tote Ratten. 

Er prunkt mit seinen Großbaustellen, der August, und riecht so kühl 
nach frisch gegossenem Beton, funkenschlagenden Armierstahlbündeln 
und nach Baustellenstaub, in meterhohen Fahnen, der im Hals kratzt.
Dazwischen sprüht ein Wassersprenger Regenbögen. 

Doch heute, heute morgen, riecht er nach Regen, der August.

Petrichor.

Ich atme auf.

die welt vor meiner tür

Der Penner im Abteil, der zwischen den Sitzen kniet und langsam, geduldig, hingebungsvoll, Ritze für Ritze die Polster mit den Fingerkuppen durchpflügt, hoffend auf verlorne Münzen. 

Vor dem Zugfenster dürre Wiesen, Busch- und Baumwerk auf den Hängen, Hügelkuppen braun und kahl. Herbstlich im brennenden Juli. Kühe an den Waldrand gedrängt, Schatten suchend.


Drei afrikanische Frauen in weissen Gewändern, eingewebt sind goldene und rötlichbraune Streifen. Sie gehen durch die Straße und ihre Tücher wehen bodenlang weiss und golden hinter ihnen her. Wie Fahnen. Wie ein Traum aus einer andern Welt. In ihren Spuren suche ich den Wüstensand.

Ein toter Maulwurf mitten auf dem Waldweg. Regentropfen dunkel auf dem grauen Fell. Er dauert mich. Ich kniee hin und streichle seinen samtnen Pelz. 



 Tagelang kommt die Hornisse Wasser holen aus der Kanne vom Balkon. 





Mit dem Mond spielt die Kastanie haschen und fängt ihn ein mit ihren Blätterfingern.




so langsam wieder auftauchen.... + SommerPostKunst I

Die Hitze der letzten Wochen plus wieder arbeiten gehn mit zusätzlicher vier-Rechner-pusten-um-die-Wette-Hitze hat mich mehr oder weniger ausgeknockt. Da ging ausser Büro, Siesta, Garten versorgen, und den sehr jahrmarktsheimkehrig unterbrochenen Nächten nicht mehr viel.  Seit Freitag wirds kühler und ich nähere mich langsam wieder meiner Betriebstemperatur....
Dieserhalb und desterwegen lange Blogpause, obwohl ich da war, bei der einen und der andern auch fröhlich mitlas, aber zu Kommentaren mich aufraffen ich nicht hinbekam. Der Laptop glühte, ich hab nach 30 Minuten Sorge gehabt, der raucht ab, ihn ausgeschaltet. Auf dem smartphone zu tippen ist echt ne Strafe für mich. Wie der Pälzer sacht: Worschdfinger. Von daher war's mit Kommentaren nüschde. 

Aber auch mit Bilder rüberspielen nicht und was ich heute so aus diversen Geräten auf den Rechner gezogen habe, bringt mich fast zum Weinen... 

Wie schön der Garten im Juli aussah:  

Dank der Pappel haben wir sonnenstandswandernd mal vorn mal hinten Schatten, was ein Glück.  Die Wiese ist mittlerweile nur noch heubraun....

Des Nachbarn Fahnenstange schreibt das Wort Hopfenstange neu ins Abendlicht. 
 
Er blüht unermüdlich. Hummelbesummst. Morgens früh um halb sieben tauchen sie weisspollengepudert aus dem Innern der Blüten, schaun aus wie bemehlt und ich frag mich, wie sie noch fliegen können.

Unser Apfelzwerglein hat 9, in Worten NEUN Äpfelchen, wird gegossen und gehegt, gelobt und bewundert. Es ist unter 1,50 m hoch und schon einige Jahre alt, so viel Äpfelchen trug es noch nie!  Wir sind ganz betört.

  
Die Zierquitte hängt voll voll voll. Mittlerweile, über 3 Wochen nach diesem Foto, färben sich die Früchte schon und die Zweige werden so schwer, dass man kaum noch mit heiler Haut an den Wasserschacht kommt - das Teil hat Dornen! 

Dieses ach so grüne Wachtelbohnenfeld ist 3 Wochen später ein gelbes Trauerspiel, ungeachtet aller Giessereien. Die Kerne klein, die Schoten rappeldürr.
 
 Die Bande fühlt sich wohl! Pastinake wächst und grünt. 
 
Das war die Frühsommerüberraschung. Die peruanische Minitomate und eine kleine Kirschtomate hatten sich fröhlich selbst ausgesäät und ein Beet belegt.  Sehr ungeplant das Ganze, sehr ausufernd, sehr reich tragend. Johannisbeergroße Leckerei in Massen!
 
Den Feuerbohnen ist es zu heiss, wie auch den andern Stangenbohnen, Frucht anzusetzen. Einzig die roten Bete scheinen unbeirrt von Hitze, nur das Fleisch ist sehr sehr fest. 

Der Beginn des Erbsentrauerspiels. Einmal konnten wir ernten. Innerhalb einer Woche waren sie trocken, gelb und die Schoten leer. Wir werden nachsääen, wenn es kühler bleibt. 
 
Stilleben. Mit Dillblüten und Weinblättern für Salzlake-Sommergurken. Rechts die peruanischen Tomaten. Die holen wir mittlerweile im zwei Tages Abstand in der Menge von zwei bis drei dieser Schalen raus.... Für Tomaten wars ein Prachtsommer. Muss ja auch mal sein. Stangenbohnen gab's genau ein Mal. 

                                                      *  *  *  

Kurz vor Schulbeginn mit den Kindern durch die Läden streifen, Hefte kaufen, Stifte, bla und blubb fixt mich immer selber an. 
Schliesslich konnte ichs nicht lassen, Aquarellpastells mussten es sein.

 Die sich schau an schau da auf Sperrholz ganz toll machen. 

Mich mit Collagen warmkleben.... na dann bleib ich doch mal beim Kleinformat. 


 Endlich genug Schachteln für den Kleinscheiss....

Die Papiere aus Lawendulas Überraschungsumschlägen einzusetzen 
machte riesen Freude. Und an Camenbertschachteln haben wir nie Not. 

                                                         *  *  *  

Die Sommerpostkunst läuft und hier sind bereits 4 wundervolle und herrlich verschiedene, fröhlich erfrischende Collagen eingetrudelt.  Eine Freude!

Den Anfang machte Moni (alltaeglich.blogspot.de) mit Urlaubserinnerungen. 

 Dazu noch eine so hübsche Karte und ein toller Umschlag. Große Freude. 

Als zweites kam ein Delphin angeschwommen von Anni (ohne blog). Die Kombination aus Foto, Schrift, zartem Gewebe und Blüten und Blättern finde ich sehr gelungen. 

 Als dritte in der Runde schliesslich Gudrun(ohne blog). Sie hat 8 unterschiedliche Collagen gestaltet und Jeder von uns ein kleines Heft mit allen acht beigelegt, mit Texten, einem langen Brief. Entzückend. Hut ab. 

Kühl und erfrischend in der glühenden Hitze kam als Nummer vier Sandras (spielsandra auf instagram) kleiner Bär daher, der durch den Schnee stapft. Eispulver lag noch bei, zum selber kühlen, ich hab ja so lachen müssen.

Ihr Lieben, vier zauberhafte Ideen, vier tolle Collagen und wie immer der riesen Spaß, zu schauen, wie unterschiedlich man sich einem Thema nähert. 
Vielen Dank!

Ich freu ich riesig auf die nächsten! 
 

Freitag, 13. Juli 2018

midori bindung für reisebüchlein mit austauschbaren heften

Weil welche von Euch fragten wie das Gummibandbüchlein geht, hab ichs mal aufgeschrieben und fotografiert in Schritten, die mensch hoffentlich lesen kann und versteht...
Anleitungen für meines habe ich mir da und dort aus dem Netz geklaubt, sealemon hat ein nettes Video dazu, midori travellers note book. 




















feddisch. Viel Spaß beim Nachbauen! 

Der Witz daran ist halt, man kann jedes volle Heft gegen ein neues leeres austauschen. Wen man den Rücken dicker macht und über Heft 1 und 3 auch nochmal je einen Gummi zieht, kann man noch je 2 weitere Hefte dazufädeln und hat dann 7. 5 hat mann, wenn man über Heft 2 einfach nen zweiten Gummi legt.

  Hä, was, wie bitte? Fragen gerne an mich.....

Heut nacht hab ich noch bisschen mit Schrift gespielt.