Montag, 7. Juni 2021

porzellan


 sie fühlte sich wie eine schlanke weisse vase, die sich danach sehnte, fallen gelassen zu werden, zerschellt, zerscherbt, betrauert, be-achdujeht, zusammengefegt und weggeworfen, gelegentlich erinnert, beseufzt mit diesem ach ja die vase von tante berta, mit jener geschichte die daran hing, wie tante berta die vase durch sieben umzüge hindurch gerettet hatte, in alte morgenröcke, unterhemden oder einmal in die, in einem schweinekalten dezember schmerzlich vermissten, wollenen männersocken von onkel rolf gewickelt in den umzugskisten verstaut hatte. schliesslich war nach dem siebten umzug, als berta fast alle kisten leerte, den inhalt verschenkte und wegwarf (man durfte ihr nicht erzählen, dass ihre tochter rieke die meisten kleidungsstücke wieder aus der tonnne holte, um sie für sich oder zum verhökern auf trödel- und secondhandmärkten zu behalten) war also nach jenem schicksalhaften letzten umzug, der gleichzeitig auszug war aus dem chaotischen quer durchs land mäandernden lebens- und berufewandel ihres mannes rolf, in jenem jahr war diese vase auf ennies flurtischchen gelandet, wo sie mal blumen, mal einen getrocknenten geschälten weidenzweig beherbergte, im winter mit kiefernzweigen bestückt, an denen bis ostern und darüber hinaus von den kindern schief bemalte weihnachtskugeln hingen, manche jahre zusammen mit ebenso schief bemalten ostereiern, die niemand übers herz brachte wegzuwerfen oder mindestens abzuhängen und in einem leeren eierkarton aufzubewahren fürs nächste jahr.

ennie starrte die vase an, den verstummten telefonhörer in der hand, aus dem sie eben erfahren hatte, dass ihr laden ausgebrannt war und wünschte sich, mit schepper und klirr aus diesem leben verschwinden zu können, nur noch eine be-ach-und-wehte erinnerung zu sein, statt sich all dem jetzt stellen zu müssen, was polizei, geschäftspartner, versicherung, finanzamt, feuerwehr, vermieter und weiss gott noch wer nun alles von ihr
wollten.

porzellan sein
kühl, glatt, spröde-hart, zerscheppert, aufgefegt und entsorgt. 
endlich ruhe.

Dienstag, 25. Mai 2021

maikäferkuss

nachts

tropft der flieder

pfützen aus duft

in den hof.

meine träume schwingen sich übers balkongeländer

breiten die arme aus

und gehn darin baden.

am morgen erwache ich

mit einem lächeln und fühle mich

wolkig.

das sriisrii-karrussell der mauersegler

verdreht mir den kopf.


sechs kribbelige maikäferbeinchen

häkelig auf meiner hand,

halten mich an zum

pflanze spielen,

bis er seine antennen putzt

die flügel ausbreitet

und surrend

mit mir davonfliegt.

aufbruch

gleich einem boot, das seinen kurs noch nicht gefunden hat,

treibst du auf diesem meer der tausend möglichkeiten,


jedoch die küstenlinien alle, an denen nackte menschen sind,

behaust und wohl in ihrer haut sich finden, 

all diese küstenlinien sind verschlossen dir, 

mit klippen abgesperrt aus angst und scham und zweifeln.

 

und dein dies kleines boot treibt auf dem meer der tausend möglichkeiten

die keine tausend sind, denn hinter klippen liegen ach so viele.


du suchst den hafen und die werft (und weisst vielleicht noch garnicht, was du suchst)

dein boot zu überholen, dass es den wellen trotzen kann.

ein kurs navigation zu lernen wäre hilfreich, damit der kapitän sich sicher ist,

wo zwischen klippen sich durchfahrten finden und der mut die angst besiegt.


noch aber treibt das boot im meer, dümpelt, taumelt, dreht,

der kapität träumt, zögert, schaut den wolken nach. 


ich bete für dir zugeneigte winde.

selbstgespräche

schreiben

immer wieder das wundern darüber, weshalb manchmal schreiben leicht von der hand geht, in anderen zeiten so garnicht.

weil der kopf zu voll ist? oder eigentlich das herze zu schwer? 

ertappe mich oft dabei, dass ich mich selbst schelte, nicht geschrieben zu haben, das tagebuch leer bleibt seit wochen.

und doch.

ich schreibe.

sammle ich am ende eines tages, einer woche, zweier wochen die verstreuten zettel ein, die zwischen arbeitsaufträgen nisten, unauffällig nachlässig (fremden augen verborgen) zwischen papierstapel gesteckt, aber wissend, wo sie sich befinden, sammle ich all die zettel ein, die halb abgrissenen seiten, finde ich mein schreiben wieder, mein festhalten wollen. mal sind es schnelle notizen nach einem telefonat oder einem gespräch mit einem freund auf der strasse, coronaconform mit abstand, der wehtut, buch- oder musiktitel, zeilen aus interviews, radiosendungen, podcasts, rezeptideen, mal sind es skizzen von einem garten, den es nur noch in meiner erinnerung gibt, den ich baum für busch, spalierreihe für findling aufmale und mit meinem kind-ich beschrifte, mal ein gedicht, hingeworfen, um es, memorierend und murmelnd, memorierend und flüsternd, sätze und worte verschiebend, dem rhythmus nachspürend, sonst so schnell wieder vergessen hätte, das ich aufschreibe, wie es sich grade festhalten lässt.

ich bin eine nachlässige herumdenkerin, mit einem ziemlich durchlässigem gedächtnis versehen. nenn es sieb.

schon immer habe ich besser behalten, was einmal aufgeschrieben war, notiert, gekritzelt, irgendwo, auf eine schreibtischunterlage (wundert es, dass ich die vollgekritzelten, bemalten, verschmierten A0 bögen nur wegwerfen kann, wenn ich sie gründlich gelesen habe und manches davon abgeschrieben, auf das folgende blatt, in ein buch, den kalender) oder zumindest wiedererzählt. mir selbst wiedererzählt, damit ich das eben erlebte, gefühlte, geschaute, geschmerzte, gedachte, gemeinsam gesprochne, gejauchzte, entdeckte, nicht wieder abtauchen lasse, überspülen vom alltag, den vielen kleinen hast du schons und musst du nochs und vergiss nichtsen. selbstgespräche begleiten mich, seit ich ich denken kann. lange spaziergänge mit dem hund durch die felder meiner rheinhessischen heimat, mir selbst und dem hund, dem wind, den rüben und wogendem weizen, den wilden mirabellbäumen und dem in der trockenheit wie mehl stäubenden lehm erzählte ich erlebtes, ausgedachtes, weitergesponnenes, bekräftigendes, spielte ich mir episoden nach und imaginierte gespräche, begegnungen, in denen ich mutiger war, stärker, wehrhafter auftrat, als ich es je wagte. hoffte, mir zu bevorstehenden auseinandersetzungen die angst zu nehmen, in dem ich ein panoptikum verschiedenster richtungen durchspielte, mit mir besprach, die die begegnung vielleicht haben könnte, um gewappnet zu sein. 

natürlich ist man nie gewappnet. aus einem von mir stur erzwungenen gespräch mit meiner mutter, in dem ich ihre ignoranz meiner verletztheit endlich zu durchbrechen hoffte, ging ich aus vollkommen unerwarteter seite und sichtweise geschlagen, zerschlagen, heraus, getroffen und tiefer verletzt als zuvor, nur noch mit dem wunsch, mich jetzt, sogleich, mitten auf der strasse übergeben zu können. alles herauszukotzen, was mir noch mehr als vorher herz und hals abschnürte und verschloss.

später gespräche mit mir überm suppentopf, gehackt mit den zwiebeln, gezählt mit händevoll linsen  und geschnitten gemüse, gesalzen, gewürzt, abgeschmeckt mit kurkuma, ingwer und zimt, galgantbestäubt und gepfeffert, immer gepfeffert, sortiere ich erlebtes, verwirrendes, unruhe und bedenken, ängste und ideen, wäge worte, gefühle, fragen, pfeffre nach und rufe zu tisch, wenn mein schädel geklärt und das essen zu ende gekocht ist. 

oder ich grabe den garten um, jäte und lockere erde wie meine verfilzten gedanken und reagiere unwirsch, wenn mich wer anspricht, nicht wissend, dass er gerade ein gespräch unterbricht. 

 


Sonntag, 21. März 2021

sog

 

es gab tage, an denen zerrte der sog stärker an ihr, war mit sinnen zu greifen, an anderen war er einfach nur da, wie wind oder ein hund oder das kleid, das sie trug.

wenn sie blicklos mit dem rad in eine kreuzung gefahren kam und haarscharf dem aufprall entgangen schreckte sie auf, hellwach durch den stich von adrenalin in der brust und ins tiefste erschrocken.

an anderen tagen lief sie wie blind durch läden, ging, fokussiert auf eine liste im kopf, regale entlang ohne zu sehen. fand das gesuchte doch und brach wehrlos in tränen aus.

tränen die kamen und gingen wie regen. die am bereitwilligsten flossen, sobald jemand, irgendwer, ein unbekannter am telefon, mit dem sich scherzen ließ, freundlich war, sie ansprach und hörte. sie spürte die ernsthafte zugewandtheit im sich ändernden klang einer stimme, in einem absichtlichen gespräch über nebensächlichkeiten, in dem plötzlich, unmittelbar wie ein sonnenstrahl nach gewitter, eine hautberührende nähe aufschien, aufschlug, detonierte und ihr innerstes verwüstend, sie haltlos schluchzend am tisch zurückließ.

am schlimmsten war es, nachts durch die spärlich erleuchteten räume zu gehn.

immer warf eine straßenlaterne, ein fremdes fenster licht genug, um die spiegel zu meiden. in der toilette den blick heben, mutprobe: sehe ich niemanden, bin ich tot. sie konnte sich sehen.

durch die küche ging sie nach draussen. der sog zerrte an ihrem gewicht. matt schimmerte das stahlgerüst der balkone, verlor sich stockwerke tiefer im hofdunkel, wo sie steinernes pflaster und den eisernen kanaldeckel wusste, erwartungsvoll schweigend.

wie weh tat es, wenn sie mit dem kopf auftraf? ob er zerbräche wie ein ei? oder landete man mit den füßen zuerst? halten die knöchel das aus? sie setzte sich auf einen stuhl, die beine zwischen balkonstreben gehängt.

nachtluft. klar. kühl. die geräusche der stadt, die nie still war. leise vielleicht. aber nie ruhig, so sehr sie es ersehnte. niemals ruhig.

der morgen fand sie mit steifem, schmerzendem hals und frierender haut. wie seltsam, dachte sie. draussen bin ich noch nie eingeschlafen.
sie stand auf und wollte ins warme. doch die balkontür war geschlossen und von den menschen, die drinnen herumgingen, hörte niemand ihr rufen. 

 

 

20./21.3.21

Zahnarzt Freitag abend

Mir fällt eine Krone raus, unten links, beim Mandelnessen.
Freitag abend. Natürlich! Oh nein!
Ich rufe sofort in der Praxis an, in der Hoffnung noch meinen Zahnarzt zu
erwischen.
Meine Freundin Ljuba nimmt ab, "nein, die sind alle schon weg. Ich mach
das. Komm einfach vorbei, gegen sieben".
Sie telefoniert mit ihrem Chef und bespricht sich - zur Sicherheit -
und als ich bei ihr bin, tut sie was sie ohnehin kann, mit ruhiger, sicherer Hand.
Desinfiziert, spült, tamponiert, pustet aus, rührt Kleber an
und setzt meine Krone wieder ein.
Ich beisse auf Watterollen und spreche durch geschlossene Zähne,
spüle aus, lache, gerettet!
Danke!
Wir bleiben sitzen und reden,
über unsere Kinder, die Männer, über Alter und Krankheit. Liebe und
Leben und Wut
seufzen und halten uns an den Händen.
Es ist so schön Dich zu sehen.


Reden über mein trans Kind und Ljuba erzählt von Freunden und Patienten
aus der Community,
die sie im Lauf ihres Berufslebens kennengelernt hat.
Hormone können alles verändern. Hauptsache der Mensch ist glücklich.
Mach Dir keinen Kopf, sagt sie weise.
Als wir uns verabschieden
mit Ellbogencheck und einer Umarmung mit den Augen
gibt sie mir ein grinsendes "Heute keine Bierflasche mit den Zähnen öffnen"
mit auf den Weg.
Ich kichere draussen noch.
Danke, Du liebe!!

 

 12.3.21

Sonntag, 28. Februar 2021

Begegnungen mit dem Begriff von Zeit

 we have to think in decades

Wir müssen in Dekaden denken. Oder zumindest in 5 Jahres-Zeiträumen. Das uns das schwerfällt, wissen wir alle. Sonst hätten die Club of Rome Vorhersagen von 1972 ja schon längst ein Umdenken und Umhandeln und Umbewerten in die Wege geleitet, mit tiefgreifenderen Änderungen/Eingriffen, als all den eher halbherzigen Bemühungen verschiedenster Staaten und Staatengemeinschaften, dem Klimawandel entsprechend ernsthaft zum Schutz unser aller Lebensbedingungen zu handeln. 

Wir sitzen hier im Rheintalgraben. Weinanbaugebiet. Warm. Obstbau. Zuckerrüben, Mais, Raps, Getreide. In den letzten sehr warmen Frühjahren wurden die Rübenäcker schon im April gewässert. Und dennoch war die Rübenernte immer mieser, kleine Feldfrüchte, weil zu trocken. Alte Weinberge, deren Wurzeln sehr tief reichen, kommen eher klar als einjährige Feldfrüchte. 

Wir sitzen im Rheintalgraben, beobachten bei trockenen Sommern, wie der Rhein schrumpft, bis die Frachtsschifffahrt reduziert werden muss, weil Teile des Flusses schwer schiffbar werden. 

Wir sitzen im Schrebergarten und bekommen im April die Bitte des Vorstandes ans schwarze Brett gehängt, es soll kein Rasen gewässert werden, weil das Wasserwerk grad einen Wasserverbrauch wie sonst nur im Juni verzeichnet. 

Wir sitzen im Rheintalgraben und wenn er weiter wärmer wird, werden wir Alle, SchrebergärtnerInnen, LandwirtInnen, StadtbewohnerInnen, (und wasserabhängige Industrie ebenso!) ab April, Mai, ums Wasser konkurrieren. Schliesslich die LandwirtInnen untereinander - welche Feldfrucht, welcher Anbau darf wässern, welche Sorten, wieviel % Hektar je Betrieb, egal, wir kommen in Konkurrenz. Und es wird ja nicht nur bei uns wärmer! Spanien hat durch die intensive Landwirtschaft seine Grundwasserspiegel so abgesenkt, dass da die Landwirtschaft auch über kurz oder lang eingehen wird. 

Wie sitzen im Rheintalgraben und ich weiss noch, wie die Felder meiner Kindheit aussahen. Die Feldflächen waren kleiner, die Baumränder, Heckenränder, Buschränder, Bächlein, Schilfstreifen waren viel viel mehr. Und, mehr Karnickel, mehr Feldhasen, Rebhühner, Eulen, Käuze, Insekten, führen Sie die Liste beliebig fort. 

Der Fachbegriff lautet Agroforstwirtschaft. Und zu der müssen wir zurück. Und zwar schnell. Schnell. Frau Klöckner, die mit der Industrie knutscht, wird das weder je kapieren noch umsetzen. Wieso Agroforstwirtschaft. Alle Streifen mit Bäumen, Sträuchern, Hecken, Büschen, Schilf bremsen Wind, halten Wasser, bringen Schatten, geben Schutz, Nahrung, Kleinklima. 

Große Flächen heizen sich auf, der Wind trägt Krume ab, Starkregen schwemmt Erde davon, schweres Gerät verdichtet den Boden, macht ihn lebensarm. 

Wir müssen in Dekaden denken. Und die Weichen dazu müssen JETZT gestellt werden. 

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Robin Wall Kimmerer beschreibt in Gathering Moss, wie die illegalen Moospflücker in Oregon die moosbehangenen Bäume kahl rupfen, nackt machen, wie ein Frau vor ihren Peinigern, wie sie es eindringlich und schmerzhaft beschreibt. Die BiologInnen, unter ihnen Kimmererer, können nur noch den Schaden verzeichnen. Und sie machen sich auf die Suche nach der Antwort, ob und wie und wie schnell das Moos die Bäume besiedelt. Sie stellen fest: Auf die alten nackten Bäume geht keines mehr. Oder es braucht Dekaden. 

Wie also wächst es. Mit den Schößlingen. Mit den kleinsten Jungbäumen. Überall dort, wo ein Blatt abfällt, entsteht am Zweiglein eine winzige Narbe. Ihr wisst, wie sie aussehen. Und genau dort, in diese kleinen Einbuchtungen,  dort siedeln sich ein zwei Sporen an. Und wachsen mit dem Baum.

Das Moos ist so alt wie die Bäume. 

Okay. Lassen wir uns das mal auf der Zunge zergehen. Etwas so wichtiges, das Lebensraum, Wasserspeicher, Wasserfilter, Klimamacher ist, das so winzig ist - ist so alt wie die Bäume. 

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Sohn eins hat mir über die Weihnachtsferien seine 6  Bände Lied von Feuer und Eis ausgeliehen. Als ich sie durchhatte, besorgte er mir die restlichen vier von einem seiner Freunde. Bingereading.

Gestern fragte er mich, ob sie mir eigentlich gefallen hätten. Ja! Wir reden über einzelne Figuren, Ahndlungsstränge, über die Umsetzung in der Serie Game of thrones (die ich nicht gesehen habe) und ich bleibe an Bran hängen. George R.R. Martin lässt den jungen querschnittsgelähmten Brandon zum Gestaltwandler werden. Jemand, der kraft seiner Gabe und Gedanken in jedes Tier schlüpfen kann, in der Wolfsgestalt jagen, in der Krähengestalt fliegen. 

Und er bringt ihm bei, dass für den Gestaltwandler Zeit nicht mehr linear ist. Dass er die Möglichkeit hat, genauso in Vergangenheit wie Gegenwart zu switchen.

Er lehrt ihn, in die Wurzeln des Wehrholzbaumes zu gehen, den Stamm hochzusteigen und aus den Augen, die die Menschen in die Stämme geschnitzt haben, hinauszusehen. 

Mich hat dieses Bild, in das Bewusstsein eines Wesens zu schlüpfen, das viel viel älter ist und wird als ein Mensch, das ortsgebunden ist, das viel viel größer ist und so vollkommen anders als ein uns doch verwandtes Säuge- oder Wirbeltier, fasziniert. Ein Baumbewusstsein. Mit einem vollkommen anderen Zeitbegriff als unserem kurzen Menschenalter. Irre, oder?! Und der lineare Zeitbegriff, der uns ab Geburt fest im Griff hat und alles taktet, ist aufgehoben. 

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Hat Jemand den Film Arrival gesehen? Zwölf monolithen-muschelförmige Wesen, die auf der Erde landen und Kontakt aufnehmen. Und einen nichtlinearen sondern zirkulären Zeitbegriff haben - Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart, existieren gleichzeitig, liegen nebeneinander. Das ist etwas, was mir als linearem Wesen, mir vorzustellen, so gut wie nicht gelingt, aber für mich so unglaublich anziehend ist. Diese Imagination der nebeneinander liegenden Gleichzeitigkeiten, eines zirkulären Zeitbegriffs hat einen irren Sog, eine Faszination, eine Herausforderung! Es mir wirklich vorzustellen gelingt vielleicht für den Bruchteil einer Sekunde, und dann ist es weg.