Dann halt alleine. Freitag Omahaus. Schutt schippen im Keller, Fenster putzen im Obergeschoss - mit Ceranschaber, weil, fragt nicht was an den Scheiben klebt, innen UND aussen - Handwerker, pffft - ein paar Meter Hofunkraut rupfen
auf den Backsteinen kniehohe Milchdisteln.... |
das ist der Unkrauthaufen.... |
Kellerabgang streichen - Rückwand
Die Handwerker strichen weder die Balken, noch die Rückwand, noch die Verkleidung, noch bauten sie eine Tür ein.
Bescheuert. Aber nachdem wir 3 Dachdecker/Zimmererer brauchten, bis wir überhaupt zu der Überdachung kamen, haben wir es aufgegeben, auf weiteren Leistungen zu beharren.....
Was mich freut:
Der Lerchensporn fühlt sich wohl im Hof!
Samstag vormittag tüdele ich über den Flohmarkt und erstehe einen traumhaften Wollmantel und ein antikes Nadelkissen.
Am Nachmittag packe ich das Rad voll und ziehe los mit Tochter und ihrer Freundin das Gartenhaus anstreichen. Wir schaffen in knapp vier Stunden das ganze Häuschen und den Holzlasurkanister leer und sind stolz wie Bolle. Die Freundin der Tochter auf den letzten Metern: "Das ist so meditativ." Ich breche weg vor Lachen. Auf dem Heimweg besorgen wir uns Essen beim besten türkischen Bäcker der Stadt, setzen uns an den Rhein. Futtern, quatschen, den Vögeln beim Krakeelen, dem Himmel beim Abendfärben zusehen. Sehr friedlich das alles.
Eben beim Schreiben denke ich "das Vogelgezwitscher, das ich hier höre, ist sehr nah -?" und schleiche zur Küchentür. Schwipp schwipp macht es und zwei Meisen, die eine an der Brottüte, die andre auf der Dunstabzugshaube fliegen zur Balkontür raus. Die Vanillemühle wackelt noch vom Flügelschlag und ich stehe da und lache schallend. Es gibt kaum frechere Vögel, die sich so gewandt innen und aussen bewegen. Sie sehen genau den Unterschied zwischen Scheibe und offener Glastür, keine fliegt gegen das Oberlicht (okay, ich könnte es putzen).
Sie sind übrigens schon wieder da!
Vor Monaten gab es welche, die in die Küche kamen, die Biomüllpapiertüte anpicken.
Aber die steht genau an der Tür. Dass sie reinfliegen, über dem Herd zwischen Flaschen, Gläsern, Streuern und Krempel landen, ist neu. Und gekonnt!
Stilleben auf dem Balkon: Drei ausgewaschene nach Lösungsmittel stinkende Pinsel, Nitroverdünnung, Vogelbestimmungsbücher und Fernglas. Am Morgen waren drei Vögel im Hof unterwegs, die ich nicht kenne, untersuchten die Mauerseglerschlupflöcher, setzten den Schwanz wie Spechte ein, Singvogelgesichter. Wendehälse? Der tüpfelige Bauch könnte stimmen, aber der Rücken war mehr schiefergrau, Federnränder braun. Wir warten, ob sie nochmal auftauchen.
Kleinste Gärten:
Studentenblumen in der Regenrinne überm Nachbarhof.
Unser Haus hat eine Jacke an, die sich herbstlich rötet
wie auch die letzten Balkontomaten!
Treibt's bunt!