Die liebe Astrid hat wieder eine interessante linkparty gestartet und ich war diesen, huch, letzten Monat so zugepackt mit Job und Gesundheit, dass ich alles schleifen ließ, Mustermittwoch, Blogs lesen, Kommentieren, Papierliebe an Montag.... einzig Tagebuch schrieb ich und gelegentlich paar mails.
Spielen im Freien - ich will mal in meinem Kopf buddeln, ehe die Party schliesst.
Die ersten sechs Jahre im Elternhaus den Vaters hieß Spielen im Freien ein nicht sehr großer Garten, ein niedriger Kletterbaum, zwei Cousinen, ein Schäferhund und vor der Tür eine Straße mit nicht allzuviel Verkehr, Brennball, Versteckspielen. Stadt. Wenig Bewegungsmöglichkeit ausserhalb des Grundstücks oder weiter als direkt vor der Tür.
Hieß aber auch, oft Ausflüge übern Rhein zur Oma mütterlicherseits, ein Hof, eine Scheune, eine nicht asphaltierte Straße, auf der ich mit dem für mich riesigen Rad der Oma Rad fahren lernte, viele viele Kinder, kleine Straßen, die Weinberge nah. Ein riesiger Garten.
Oma und ich...
Wir spielten Verstecken, Fangen, wer hat Angst vorm schwarzen Mann, Gummitwist, Fischer Fischer, wie tief ist das Wasser, Brennball, Völkerball, ich weiss nicht mehr, was noch alles.
Mit 6 zogen wir um. Meine Eltern hatten im großen Garten der Mutteroma gebaut und es war ein Kinderparadies, jedenfalls in den ersten Jahren. Viele Bauplätze, noch keine Zäune, eine Herde Kinder, die in den Lehmhügeln der Baustellen tobten, kletterten, rutschten und allesamt loszogen. Die Weinberge waren ganz nah, dito die Felder, die Resche und Hohlwege zum auf Holunderbäume klettern, wildes Obst essen, Rad fahren wie die Teufel.
Wir waren mal in dem, mal in dem Garten, mal auf der, mal auf jener Baustelle. Mopsten Farbeimerdeckel und verschwanden in den steilsten der Hohlwege, wo wir meterlange Lehmrutschen angelegt hatten. Hintern auf den Deckel und abwärts!
Radelten auf der stillgelegten Bahntrasse hinter der halben Ortschaft entlang.
Hockten im Gartenhäuschen und strippten.
Vater brachte mir erst eine Schaukel in der alten hohen Trauerweide an, später eine Strickleiter zu den ersten Ästen, die in dreieinhalb Metern ansetzten. Vor dort aus ging es in den Baum, höher als der Hausgiebel. Oft ein Buch zwischen den Zähnen turnte ich hoch, verankerte mich in den großen Astgabeln und las. Beguckte meine Welt von oben. Testete jedes Frühjahr neu aus, welche Äste noch trugen oder als Frostbruch auf drantreten und federn krachten.
Ich hatte Vertrauen in den Baum und in mein Gefühl unter nackten Füßen und Händen. Herrlich bei Wind mich in die Weide geklammert schaukeln lassen.
Die Schaukel in der Weide war Anziehungspunkt für Nachbarkinder. Wir tauschten das Brett gegen Trapez oder Ringe und übten Zirkusnummern. Der querschnittsgelähmte Zwilling aus der Nachbarschaft, der auf Krücken die Beine schlenkernd mit uns rannte oder im Rollstuhl-Handrad schneller war als wir zu Fuß, schaukelte auf der ganz nach unten gehängten Schaukel mit einem unglaublich weiten Bogen unter dem Vorhang der Weide, deren Zweige bis auf den Boden hingen.
Wir fuhren Rollschuh den Lorchmühlbuckel runter (sau steil) und im Winter dort Schlitten. Bei Überschwemmung der Altbach, was alle Sommer bei Gewitterwolkenbrüchen stattfand, rasten wir mit den Fahrrädern, dass es spritzte, durch die Altbachsenke.
an der Altbachbrücke mit dem Bärbelpüppchen, zu Besuch bei Tante Emmi und Onkel Hans
Neben unsrem Grundstück gab es eine Gruppe Lindenbäume, noch höher als unsere Weide, wohl auch älter, die über der Straße mit der Gruppe Linden auf der andern Straßenseite ein dichtes Dach bildeten. Das war unser Indianergebiet. Hüfthohes Gras zum Anschleichen und in ein, zwei der Bäume waren Tritte aus Zimmermannsnägeln genagelt. Rauf und runter. Johlend angreifen. Auf allen Vieren kriechen. Bei einer der Aktionen griff ich in den abgebrochenen Boden einer Weinflasche, grün im Grün versteckt und jagte mir eine Zacke des Glasbodens ins Handgelenk, knapp neben die Ader. Ich weiss noch, wie die Schnittstelle innen drin erst weiss war, dann sich langsam mit Blut füllte und mein Kopf wattig wurde. Wir rannten heim, die Hand verbinden lassen.
In der Schule wurde Klicker gespielt, was ich nicht besonders spannend fand. Gummitwist in den Pausen. An mehr erinnere ich nicht. Fangen.
Später kam Frisbee auf, ein großer Spaß für Gruppen. Ich bin als Kind jahrelang in den Sommerferien in Zeltlagern unterwegs gewesen, bis heute rollt meine Frisbeescheibe ins Ziel, kicher. Nachts besonders toll mit Leuchtscheiben!
Spielen im Freien - Festivals, Konzerte und Garagenfeten bei einsetzender Pubertät zähle ich mal grinsend dazu.
Die Tochter ist fast jedes WE mit ihrer Chorclique in einem der Stadtparks unterwegs, radeln, grillen, chillen, quatschen....
Wie Astrid an anderer Stelle schon schrieb und was unsere Generation wohl auszeichnet, ist das unbeobachtete Spiel im Freien. Kinder / -gruppen, die sich frei bewegen können innerhalb eines bekannten Rahmens, ohne Überwachung und Kontrolle. Die irgendwann zum Essen heimkommen. Der Rahmen war das Viertel, eine ganze Kleinstadt, Felder etc. bis zum Nachbarort. Das Reglement im Verhältnis zu den Erwachsenen war bekannt und untereinander wurde das meiste selbst geklärt - sofern die Schäden nicht zu gravierend oder auffällig waren. Etwas, wozu alle Peergroups neigen (wenn man es ihnen zutraut/sie lässt/sie nicht ständig überwacht/gängelt)
Ich geh jetzt auf den Balkon, nach der Fledermaus gucken!
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Freitag, 1. Juni 2018
Donnerstag, 31. Mai 2018
wie der Mai riecht
Das wunderbare Fräulein Read on hat einen so schönen Text geschrieben, wie der Mai riecht, ich konnte nicht umhin, den Faden aufzunehmen....
Der Mai riecht nach Holunderdolden und Liguster,
Der Mai riecht nach Holunderdolden und Liguster,
nach ersten Lindenblüten, pfeffrigen Lupinen, Rosen.
Er tönt nach Nachtigallenschlag und wummert mit den Motorrädern,
die ungeduldig vor der Ampel warten müssen.
Der Mai klebt alles voll mit Weidenzucker.
Aufgeregtes Meisenpiepen streut der Mai,
sie purzeln hungerschreiend durch die Rosenhecke
und scheuchen ihre Eltern.
sie purzeln hungerschreiend durch die Rosenhecke
und scheuchen ihre Eltern.
Dröhnend sind die Bohrmaschinenorgien des Nachbarn
und die Gerüstbauer scheppern lustvoll 7 Stockwerk hoch.
und die Gerüstbauer scheppern lustvoll 7 Stockwerk hoch.
Der Mai wirft Gänseküken wie Federbälle in die Wiesen,
deckt sie mit Pappelwolle zu - ein Sommerfederbett -
und lässt die Wodka-, Bier- und Sektglasscherben in der Sonne glitzern,
in gold und grün wie Schmeissfliegen auf Hundedreck.
Voll Gänsekacke pappt der Mai und Mummeln recken gelbe Blütenköpfe
wo sie die Gänse noch nicht abgefressen haben.
Der Mai riecht nach Versprechen aus Sonnenbrand und Freibadtagen,
Fronleichnamweihrauchschwaden mischen sich mit Grillgerüchen
und nach Gewittern dampft die nasse Erde regenschwer.
* * *
Ich danke Euch für Daumen halten, Kerzen anzünden, Umarmungen.
Der OP Tag ist gut verlaufen, der Gynäkologe - ein Schrank mit Händen wie Bratpfannen - liess mich auf dem Bildschirm in mein Inneres schauen (ich gucke immer mit) und erklärte, "die kleinen Kissen, die Sie da sehen, sind Polypen". Aha. Die Übeltäter also.
Nun warten auf die Ergebnisse der Histologie und bis dahin dem Bratpfannenmann vertrauen, "sieht alles gut aus. Und falls es ne Vorvorstufe gewesen ist, dann haben wir die jetzt rausgeholt. " na hoffen wir mal.
In ein zwei Wochen weiss ich endgültiges. Uff.
* * *
Ich danke Euch für Daumen halten, Kerzen anzünden, Umarmungen.
Der OP Tag ist gut verlaufen, der Gynäkologe - ein Schrank mit Händen wie Bratpfannen - liess mich auf dem Bildschirm in mein Inneres schauen (ich gucke immer mit) und erklärte, "die kleinen Kissen, die Sie da sehen, sind Polypen". Aha. Die Übeltäter also.
Nun warten auf die Ergebnisse der Histologie und bis dahin dem Bratpfannenmann vertrauen, "sieht alles gut aus. Und falls es ne Vorvorstufe gewesen ist, dann haben wir die jetzt rausgeholt. " na hoffen wir mal.
In ein zwei Wochen weiss ich endgültiges. Uff.
Sonntag, 27. Mai 2018
auf der Suche
Auf der Suche nach Sonnenbrand auf der Nase (und anderswo) ein Radtour von Mainz nach Geisenheim, Freunde besuchen, gemeinsam kochen, essen und ratschen und am Abend zurück. 2x 2 Stunden, 2x 30 km.
Unterwegs auf der Höhe von Oestrich: Gänse Gänse und nochmal Gänse. Kanadagänse, Graugänse, in Scharen Junge führend, von klein, gelbbraunpuschelig bis halbwüchsig mausfellig bis fast groß mit Federwechselgestrubbel am Hals. Gelegentlich ein Schwan, ein paar Nilgänse, auch mit Kleinen. Und Gänsekacke!
Auf der Suche nach Platz im Tiefkühler. Aus den Johannisbeeren vom letzten Sommer (weisse, rote und doppelt so viel schwarze) ausserordentlich schwarzes Johannisbeermus kochen. Nicht allzusehr süß.
Auf der Suche nach der ultimativen Salatsoße für diesen Sommer.
Scharfer Senf, etwas Johannisbeermusade, Öl, in Salz zerquetschte frische Knoblauchzehen verkleppern, Essig einquirlen, Kräuter was der Garten hergibt (Liebstöckel, Majoran, Rosmarin, Salbei, Pimpinelle, Thymian) und die üblichen Verdächtigen wie Gurke, Tomate, Salat - beliebig erweitern... nicht vergessen: ein paar Esslöffel geröstete Kerne. Darüber herfall.
Auf der Suche nach Ruhe in Herz und Seele. Ich stehe am kommenden Dienstag vor einem OP Termin (harmlos) und werde danach 5 - 10 Tage auf die Histologie warten müssen (hoffentlich dann auch harmlos) - was mich schon wuschig genug macht. Im Job steppt der Bär, die DSGVO macht uns kirre und wirft uns teilweise in die Fax und Briefpost"steinzeit" zurück - ade alle Bemühungen zum papierlosen Büro! Donnerstag 2 Stunden Datenschulung, bis uns die Ohren summen. Checklisten, Verfahrenslisten, Meldeprozedere, wir schreiben seitenweise mit. Nachmittags laufe ich nach all dem Rummel irgendwann völlig aus der Spur. Konzentration nicht mehr möglich, rappelig im Kopf, im Innern brodelnde Unruhe.
Donnerstags abend ist unserer Probenabend. Ich bin um halb fünf nachmittags vollkommen gar. Telefoniere mit dem Musiker, wollen wir heute wirklich proben? Haben wir Platz im Kopf? Wir reden eine Weile, entscheiden dann, JA, hauen uns jeder für sich mal ne halbe Stunde auf`s Ohr, treffen uns am Abend und kriegen einen meiner aggressivsten (und sinnfreiesten) Texte in den Kasten! Boah! Bassisst und Texterin hängen grinsend und geplättet auf der Couch, hören sich den Mitschnitt an und grinsen über 4 Ohren.
Auf der Suche nach Rettung für meinen Estragon. Teilen und Umtopfen. Bitte überleben!
Auf der Suche nach Endverwertung für mein herzallerliebstes Hemd, das an den Schultern ausbleicht, über der Brust spannt und gut 20 Jahre alt ist, aber sonst "noch gut" (Rayon ist eine so fantastisch stabile Faser!) Voila:
Ein neues Knuffelkissen. Und wer meint, es ist schepp, das ist wie mit den Rechtschreibfehlern. Wer sie findet, darf sie behalten. Gilt auch für schiefe Nähte!
Auf der Suche nach Platz im Kleiderschrank. Winter in den Koffer, Sommer in der Schrank und ganz viel zu Oxfam.
Auf der Suche nach leichten Hüpfeschuhen:
Auf der Suche nach Dornröschen
pah. Handykamera. unscharf.
Unterwegs auf der Höhe von Oestrich: Gänse Gänse und nochmal Gänse. Kanadagänse, Graugänse, in Scharen Junge führend, von klein, gelbbraunpuschelig bis halbwüchsig mausfellig bis fast groß mit Federwechselgestrubbel am Hals. Gelegentlich ein Schwan, ein paar Nilgänse, auch mit Kleinen. Und Gänsekacke!
Auf der Suche nach Platz im Tiefkühler. Aus den Johannisbeeren vom letzten Sommer (weisse, rote und doppelt so viel schwarze) ausserordentlich schwarzes Johannisbeermus kochen. Nicht allzusehr süß.
Auf der Suche nach der ultimativen Salatsoße für diesen Sommer.
Scharfer Senf, etwas Johannisbeermusade, Öl, in Salz zerquetschte frische Knoblauchzehen verkleppern, Essig einquirlen, Kräuter was der Garten hergibt (Liebstöckel, Majoran, Rosmarin, Salbei, Pimpinelle, Thymian) und die üblichen Verdächtigen wie Gurke, Tomate, Salat - beliebig erweitern... nicht vergessen: ein paar Esslöffel geröstete Kerne. Darüber herfall.
Auf der Suche nach Ruhe in Herz und Seele. Ich stehe am kommenden Dienstag vor einem OP Termin (harmlos) und werde danach 5 - 10 Tage auf die Histologie warten müssen (hoffentlich dann auch harmlos) - was mich schon wuschig genug macht. Im Job steppt der Bär, die DSGVO macht uns kirre und wirft uns teilweise in die Fax und Briefpost"steinzeit" zurück - ade alle Bemühungen zum papierlosen Büro! Donnerstag 2 Stunden Datenschulung, bis uns die Ohren summen. Checklisten, Verfahrenslisten, Meldeprozedere, wir schreiben seitenweise mit. Nachmittags laufe ich nach all dem Rummel irgendwann völlig aus der Spur. Konzentration nicht mehr möglich, rappelig im Kopf, im Innern brodelnde Unruhe.
Donnerstags abend ist unserer Probenabend. Ich bin um halb fünf nachmittags vollkommen gar. Telefoniere mit dem Musiker, wollen wir heute wirklich proben? Haben wir Platz im Kopf? Wir reden eine Weile, entscheiden dann, JA, hauen uns jeder für sich mal ne halbe Stunde auf`s Ohr, treffen uns am Abend und kriegen einen meiner aggressivsten (und sinnfreiesten) Texte in den Kasten! Boah! Bassisst und Texterin hängen grinsend und geplättet auf der Couch, hören sich den Mitschnitt an und grinsen über 4 Ohren.
Auf der Suche nach Rettung für meinen Estragon. Teilen und Umtopfen. Bitte überleben!
Auf der Suche nach Endverwertung für mein herzallerliebstes Hemd, das an den Schultern ausbleicht, über der Brust spannt und gut 20 Jahre alt ist, aber sonst "noch gut" (Rayon ist eine so fantastisch stabile Faser!) Voila:
Ein neues Knuffelkissen. Und wer meint, es ist schepp, das ist wie mit den Rechtschreibfehlern. Wer sie findet, darf sie behalten. Gilt auch für schiefe Nähte!
Auf der Suche nach Platz im Kleiderschrank. Winter in den Koffer, Sommer in der Schrank und ganz viel zu Oxfam.
Auf der Suche nach leichten Hüpfeschuhen:
Auf der Suche nach Dornröschen
pah. Handykamera. unscharf.
* * * * * *
Dienstag, 22. Mai 2018
Ihr dürft mich Steingräberin nennen
Unser Garten ist auch nach einige Jahren immer noch eine Wundertüte.
An den Schutt und Schrott im hinteren Teil haben wir uns ja gewöhnt, besser gesagt damit arrangiert. Der ehemalige Kompost ist vesetzt mit Schuttbrocken, Schlacke, Scherben von Sanitärkeramik - und glaubt mir, die schlitzen einem glatt, tief und sauber die Pfoten auf! - Flaschenscherben, verrosteten Bärenfallen, Nägeln, kurz: Allem, was den ehemaligen Gartenpächter störte. Er vergrub es. Dieses Stück geht nur mit Werkzeug bearbeiten und dicken Handschuhe. Bloßhändig ist verboten. Allerdings: Die Kürbanten stört es nicht, sie gedeihen dort seit Jahren.
Gestern aber hatten wir ein archäologisches Erlebnis der besonderen Art:
Ein Rätsel ist damit allerdings geklärt: Weshalb hier nie gescheit was gediehen ist. Wen wunderts, wenn die Wurzeln auf Stein treffen?!
Die Lupinen stehn wie Fackeln in den Beeten und riechen nach frischgemahlenem weissem Pfeffer.
Eine unserer drei Brombeerpflanzen blüht. Mit ihren dunklen Staubfäden schaun sie nach Sommersprossen aus.
Die Harlekinweide wuschelt sich dreifarbig.
Nebendran der Hartriegel summt voller Insekten
und in den Fingerhüten verschwinden die Hummel komplett.
In der Pappel, in der letztjährigen Grünspechthöhle, ist heuer eine ganz besondre Kinderstube:
An den Schutt und Schrott im hinteren Teil haben wir uns ja gewöhnt, besser gesagt damit arrangiert. Der ehemalige Kompost ist vesetzt mit Schuttbrocken, Schlacke, Scherben von Sanitärkeramik - und glaubt mir, die schlitzen einem glatt, tief und sauber die Pfoten auf! - Flaschenscherben, verrosteten Bärenfallen, Nägeln, kurz: Allem, was den ehemaligen Gartenpächter störte. Er vergrub es. Dieses Stück geht nur mit Werkzeug bearbeiten und dicken Handschuhe. Bloßhändig ist verboten. Allerdings: Die Kürbanten stört es nicht, sie gedeihen dort seit Jahren.
Gestern aber hatten wir ein archäologisches Erlebnis der besonderen Art:
Ich
wollte ein nicht grade großes Beet mal so fix mit der Grabgabel
lockern, um Kompost und Dünger einzuarbeiten, ehe ich es einsääe. An sich keine große Sache, wir haben recht lockeren Sandboden.
Pustekuchen.
Grabgabel
in die Erde, umheben, Brocken lockern, ging so 5x. Dann Grabgabel -
Erde und das herbe Geräusch von Krrrknirsch auf Stein. Okay, Gabel raus, ne
Zinke weiter rechts: Krrrknirsch. Wundern. Ne Zinke weiter links:
Krrrknirsch. Ne Handbreit nach vorne gehen: Du ahnst es schon. Ja.
Stein. Aber - woher, wieso in gut einer Gabellänge Tiefe, weshalb zum
Donner??
Also
Zinke in ein andres Beet gesteckt, auf die Knie, Schippchen nehmen, dem
Krrrknirsch nachbuddeln. Sehr grobe Archäologie. Ach. Ein gegossener
Betonstein. Noch einer. Daneben noch einer, darunter, rechts, links,
immer weiter runter, mittlerweile half der Mann von oben mit dem Spaten,
Erdreich wegschaufeln, Steine anhebeln, ich kniete in 1 m Tiefe im Sand
und schippte, hebelte, zerrte, hob Steine raus, fragt nicht. Wir haben
etwa 30 Steine rausgeholt. Am Ende spürte ich mein Handggelenk kaum
noch.
Wir liessen die, die unter dem Weg liegen, drinne (waren bestimmt
auch nochmal acht) liessen uns von der Nachbarin die Geschichte des
ausbruchsicheren Kellers unterm Karnickelstall (!!) unseres Gartenvorgängers
erzählen, ich schippte die Erde wieder glatt, verteilte Dünger + Kompost
drauf, Männe setzte die Stangen rein + legte Feuerbohnen in die Erde.
Seitdem nennt mich mein Gatte "Steingräberin" - !
Die Lupinen stehn wie Fackeln in den Beeten und riechen nach frischgemahlenem weissem Pfeffer.
Eine unserer drei Brombeerpflanzen blüht. Mit ihren dunklen Staubfäden schaun sie nach Sommersprossen aus.
Die Harlekinweide wuschelt sich dreifarbig.
Nebendran der Hartriegel summt voller Insekten
und in den Fingerhüten verschwinden die Hummel komplett.
In der Pappel, in der letztjährigen Grünspechthöhle, ist heuer eine ganz besondre Kinderstube:
Darf ich vorstellen: Halsbandsittich.
Bekannt als grünes Kreischgeschwader, das mehrmals am Tag in die Pappel einfliegt, sich an den Blüten- bzw. Samenknospen gütlich tut und uns die Reste der Mahlzeit in die Teller fallen lässt.
Bunte Vögel halt....
Montag, 21. Mai 2018
Nahtlust sammelt im Mai Rosa!
Susannelieb von nahtlust sammelt rosa und ich hab nach einem langen Gartentag FAST vergessen, dass ja heute ein MONTAG ist!! tststs. Rosa der Sonnenbrand auf dem Rücken (okay, es changiert ins krebsige) rosa der Fingerhut
Ganz speziell für Susanne hab ich neulich versucht (...) meine Stoffärbeaktion mittels Rhabarberschalen (rosa, gell) zu fotografieren. Susanne mit ihren tollen Näh und Stickaktionen hat mich angefixt, doch auch mal wieder etwas zu nähen....
Noch nass und unter der Dunstabzugshaube aufgenommen - wurde ein eher gelbstichiges Bild- eh, so sah es nun garnicht aus. Der Sud aus roten Rhabarberschalen und Enden hat ein angenehmes Rosenrot. Allerdings ausgespült und getrocknet bleibt nurmehr ein sehr zartes ein fast gehauchtes Rosa übrig.
Draussen zum Trocknen - man sieht, es ist unregelmäßig gefärbt, was an der geringen Menge Sud lag, aber mich garnicht störte. Der Farbton ist noch ein wenig stärker, weil feucht. Trocknend wurde er immer heller.
Das trifft den echten Farbton nun eher - es ist ein ganz zartes fast weisses Rosa - ich hab ein weisses Tuch daneben gelegt, damit man tatsächlich das Rosa glaubt... ehem.
Gefärbt wurde eine alte Stoffserviette (mit Palmenmuster, kicher)
Geplant (und umgesetzt, aber noch nicht aufgenommen, weil noch nicht ganz fertig) eine kleine Tasche damit zu füttern - aussen ein weissdunkelblauer Leinenstoff, innen zartestes Rosa.
Zeig ich Euch später.
Und nun husch zur Nahtlust, ehe der Pfingstmontag vorüber ist.
Treibt's rosa!
Ganz speziell für Susanne hab ich neulich versucht (...) meine Stoffärbeaktion mittels Rhabarberschalen (rosa, gell) zu fotografieren. Susanne mit ihren tollen Näh und Stickaktionen hat mich angefixt, doch auch mal wieder etwas zu nähen....
Noch nass und unter der Dunstabzugshaube aufgenommen - wurde ein eher gelbstichiges Bild- eh, so sah es nun garnicht aus. Der Sud aus roten Rhabarberschalen und Enden hat ein angenehmes Rosenrot. Allerdings ausgespült und getrocknet bleibt nurmehr ein sehr zartes ein fast gehauchtes Rosa übrig.
Draussen zum Trocknen - man sieht, es ist unregelmäßig gefärbt, was an der geringen Menge Sud lag, aber mich garnicht störte. Der Farbton ist noch ein wenig stärker, weil feucht. Trocknend wurde er immer heller.
Das trifft den echten Farbton nun eher - es ist ein ganz zartes fast weisses Rosa - ich hab ein weisses Tuch daneben gelegt, damit man tatsächlich das Rosa glaubt... ehem.
Gefärbt wurde eine alte Stoffserviette (mit Palmenmuster, kicher)
Geplant (und umgesetzt, aber noch nicht aufgenommen, weil noch nicht ganz fertig) eine kleine Tasche damit zu füttern - aussen ein weissdunkelblauer Leinenstoff, innen zartestes Rosa.
Zeig ich Euch später.
Und nun husch zur Nahtlust, ehe der Pfingstmontag vorüber ist.
Treibt's rosa!
Donnerstag, 17. Mai 2018
Naturdonnerstag
Die liebe Ghislana feiert Geburtstag und sammelt Natur und es ist Donnerstag und ich hab von 2 Kameras Gesemmel runtergeladen... ach und soo viiel Grüün.
Sieht schwer nach Frühling aus:
Die Taglilien auf der Büroterrasse nach dem Regen...
Nun gehen wir in den Garten: Akelei, die Schöne.
Der GöGa frohlockt: Wein! Rankt! Wächst!
Der Günsel holt den Himmel ins Gras.
Im Blau oben ein Storch.
Unten Storchschnabel.
Madame Pappel flockt bald, schon schwebt Wolle....
Wanzenversteck - sie lieben den Rhabarber!
Sie flüstert Blattgedichte.
Sieht schwer nach Frühling aus:
Die Taglilien auf der Büroterrasse nach dem Regen...
Das Geissblatt hat schon in manchen Sommern herren oder damenlose Fahrräder festgewickelt...
Spiegelungen nach dem Wolkenbruch
Am Molenweg in den Baustellenbrachen Ruderalpflanzen, Erstbesiedler, Schotter- und Wärmeliebhaber
Natternkopf, mein stachliger Liebling!
Madame Amsel, die im Winter schon vorbeikam. Ein kleiner Krümelimbiss, dann geht sie im Hof baden.... Zu schnell für scharfe Bilder.
Nun gehen wir in den Garten: Akelei, die Schöne.
Der GöGa frohlockt: Wein! Rankt! Wächst!
Unten Storchschnabel.
Madame Pappel flockt bald, schon schwebt Wolle....
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