Freitag, 8. Dezember 2017

Freitag

Es wundert nicht, wenn die arabische Welt nach dem Friedensgebet Krach schlägt. Der Amerikaner mit dem gelben Haar hat, wie ein Reporter gestern sagte, einen Kanister Benzin in ein ohnehin zündelndes Gebiet geschüttet. Was ihn dazu geritten hat, versteht kein Mensch. Ich bin schlicht fassungslos über sein Verhalten. Das Interview mit Lizzie Doron in der SZ spricht mir aus der Seele.
Ich verweise auf die weisen Worte, die Uri Avnery niederschreibt, aus einem gemeinsamen Manifest, das Uri Avnery und Faisal al-Husseini vor etwa 20 Jahren verfassten: Das Manifest ist überschrieben:

„Unser Jerusalem“. Es begann mit den Worten: „Jerusalem gehört uns, Israelis und Palästinensern, Muslimen, Christen und Juden.“

Weiter: „Unser Jerusalem ist ein Mosaik aller Kulturen, aller Religionen und aller Perioden, die die Stadt bereicherten, vom frühesten Altertum bis zum heutigen Tag: Kanaaniter, Jebusiter und Israeliten, Juden und Hellenen, Römer und Byzantiner, Christen und Muslime, Araber und Mameluken, Osmanen und Briten, Palästinenser und Israelis.
„Unser Jerusalem muss vereinigt bleiben, für alle offen sein und allen seinen Bewohnern gehören, ohne Grenzen und ohne Stacheldraht in seiner Mitte.
Und die praktische Schlussfolgerung: „Unser Jerusalem muss die Hauptstadt der beiden Staaten sein, die nebeneinander, Seite an Seite in diesem Land leben werden – West-Jerusalem, die Hauptstadt des Staates Israel und Ost-Jerusalem, die Hauptstadt von Palästina.“

Was mich ausserdem so wütend macht, ist Deutschlands bodenlose Schwachbrüstigkeit gegen Israels völkerrechtverletzende Politik. 
Zwei Mio Menschen leben im Gazastreifen, der ein riesiges Freiluftgefägnis ist und der allen Prognosen nach spätestens 2020 wegen Versalzung des Wassers nicht mehr bewohnt werden kann. Wo sollen die Palästinenser denn hin? Liebes Israel, sie lösen sich nicht in Luft auf!
Ich wage es kaum, mich Lizzie Dorons Hoffnung auf ein versöhnendes Chanukka anzuschließen, dass es durchs Tr*mps Benzinkanister nicht zu einem neuen Krieg kommt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...


*  *  * 

Heut früh hatte der Himmel nach einer stürmischverregneten Nacht ein so schönes gläsernes Blau, so dass ich mit der Kamera im Fahrradkorb losfuhr.

Der Mond schwimmt in der Hofkastanie.





 Platanenallee - Blick nach Osten.
Und hier geblickt nach Westen, das Frühlicht im Rücken.

Ich liebe es, wenn sich die Farben aus dem Dunkel schälen. Die scheckigen Stämme der Platanen. In den Wipfeln der Pappeln im rötlichen Gezweig schimmerts golden. Es ist zwar schon Freitag, aber ich schubs die Bäume noch schnell rüber zu Ghislanas Naturdonnerstag.

Der Himmel hat  S T R E I F E N. Hachz. 

Und in den Pfützen doppeln sich Baustellengetüme und rollen zu den weekendreflections.


* * * 

Die Adventspost ist bereits am achten. Ich hab heute schon die 13 erhalten! Was hier eingetrudelt ist, zeige ich (die 13 noch nicht, klar, ne) - nicht in der Reihenfolge, das krieg ich nicht hin.


Angefangen links oben mit einer voradventlichen herbstlichen Karte von Eli, die mich seit Monaten zur Gelliplate anstiften möchte! Gelungen! ...die Anstiftung, meine ich. Vielen Dank Eli! Ihr Umschlag mit brush lettering ist ja auch der Hammer.  
Grünpinkundsilbersternig kam dann die erste Karte von Stefanie - ohne Blog. 
Darunter eine tolle Streifencollage von Biggi - ohne Blog.

Hier seht ihr oben die Zwei von Alex und darunter die zarten genähten Stöffchen der Hansedeern Marion.Maritim! Da kriegste Meerweh...
 
Der Streifenstern der aus den Streifen lugt kommt von Martina - ohne Blog aus der Schweiz zu Nikolaus. Die leuchtend weihnachtsrotgrüne Streifenkarte ist von Rita - auch ohne Blog.
 

Die genähten Karten schiessen den Vogel ab! Michelle  hat eine wundervolle Karte zusammengestellt! 
Darunter schwelgt - ich kann es leider kaum lesen! - vermutlich Mechthild 
aus Würzburg (??) - ohne Blog - in ihren "langweiligen" Farben, wie sie selber schreibt. Garnicht langweilig!  
Ach Leute, Ihr macht mich jeden Tag glücklich! Briefkasten öffnen, freuen. Es ist einfach so schön! Danke Tabea und Michaela. 

Bei mir sah es gestern so aus: 


Ich hab mal kurz die Papiertonne gefleddert. Später die Pappen zugeschnitten und begonnen zu grundieren. Da ich bei uns die letzte bin, 25.12.! und Tabea und Michaela unserer Perfektionistin Ela vom Papiergemetzel die 24 zugeteilt haben, werde ich mir erlauben, als Letzter in unserer Liste ein wenig aus der Reihe zu tanzen. Trotzdem müssen ja alle bis 20., 21. Dezember in den treuen gelben Kasten.

Wobei, ich geb sie lieber ab. Als ich neulich meine Füschekarten zur Post brachte, brach helles Entzücken hinterm Schalter aus. Die Jungs waren ganz hin:"Darf ich mal gucken? Die machen Sie selber? Guck mal, guck mal Jürgen, haste sowas schon gesehn? Und sie machtse alle selber!" Ich hab so gelacht. 

Freu mich schon auf den Briefkasten morgen.....

Freitag, 1. Dezember 2017

no gelli plate

Eli versucht mich seit Monaten zur Gelliplate anzufixen. Sieht ja schon toll aus....
Als ich im Sommer eine zu gießen versuchte, wurde mir grottig schlecht. Es roch so widerlich!

Heute einen Ersatz ausprobiert: Leichte Schaumstoffbögen in eine Klarsichthülle gepackt, alles aufkleben, Farbe drauf, los gehts.

Der Schreibtisch ist einfach immer zu klein!






 Ghislana hat oft so schöne Spiralen - das muss ich doch auch mal ausprobieren....





und mit dem Glitzer wünsche ich Euch allen einen schönen ersten Advent.

Treibt's bunt!

Mittwoch, 29. November 2017

Flamme Feuer Kokeln

Astrid linkparty hat ein feuriges Novemberthema.

Feuer.
Nun, aufgewachsen bin ich ganz modern im Elternhaus mit Nachtspeicheröfen.
Aber Oma, die zwar mit Öl heizte, hatte fliessend kaltes Wasser, was heisst, wir feuerten den Badofen mit Walnusschalen, Holz und Briketts an und in der Küche stand neben dem Elektroherd auch ein kleiner alter Feuerofen, auf dem warmes Wasser stand und sie auch manchmal etwas kochte.

Feuer fand bei uns im Freien statt. Ein 800 qm Garten mit Bäumen hat viel Holz - das gestapelt und getrocknet wurde und ein paar Mal im Jahr im Garten prasselnd verbrannt.
Trauerweidenreisig in großen Haufen - wusch und hoch schlagen die Flammen. (Ja, wir haben vorher immer Rabatz gemacht, so dass kein Vierbeiner verbrannt ist. Ihr dürft alle wieder aufatmen.)

Das kalte Manko meines Elternhauses war das moderne offene Treppenhaus von Keller bis Obergeschoß mit Glasbausteinen an der Nordwestseite.  Ich sag Euch. Im Winter saukalt.
Sparte jeden Kühlschrank. Meiner Mutter reichte das irgendwann und sie ließ einen Kanonenofen stellen, glücklicherweise lief der Kamin im Flur des Erdgeschosses hoch.

Da lernte ich dann auch noch mal Feuer machen und vor allem einen glosenden Brikett über die Nacht zu bringen und morgens früh anzuheizen. Und ich liebte den Geruch. Birkenholz riecht süß. Der kleine Bollerofen schlug die Nachtspeicherkisten um Längen!

Heute bei uns wird wieder im Garten gefeuert. Jetzt in der Feuertonne. Alles trockne Zeug, besonders das dornige, wird verbrannt. Ich liebe es, mit dem Geruch in Kleidern und Haaren heimzukommen. Am liebsten würde ich dann zwei Tage nicht duschen, lach. Die Kinder haben dadurch gelernt, mit Feuer umzugehen. Sie können anfeuern und aufpassen. Löschen auch.

In der Weihnachtszeit bin ich der Kokler der Familie: Nadelzweige in die Kerzenflamme halten oder im Spülbecken abfackeln, weils einfach soo gut riecht! Orangenschale zwischen den Fingern rollen und die Öle reinspritzen lassen. Grins.

Kerzen sind immer an. Schon allein im Stövchen!
Und unser Weihnachtsbaum hat echteKerzen - da gibt's ja Leute, die kriegen da Schnappatmung, lach.

Zur Zeit habe ich Feuerwerk:






Dienstag, 28. November 2017

Biodiversität

Katala mit ihrem Post über ihre Kartoffelsorten hat mich draufgebracht, dass ich unbedingt ein bisschen die Werbetrommel rühren muss für Pflanzenvielfalt, Nutzpflanzenvermehrung, Biodiversität.
Wo fang ich an. Bei dem Verein, bei dem ich seit x Jahren Mitglied bin, wenn auch weit vom Schuß. Der Verein sitzt in Schiltern, Österreich. Die Arbeit von Arche Noah lernte ich Ende Achziger/Anfang der Neunziger über Artikel der damaligen Mitgründerin Nancy Arrowsmith kennen und als olle Erdbuddeltante war das was soo sinnvolles für mich, dass ich den Verein seitdem unterstütze.
www.arche-noah.at
Arche Noah sitzt zwar in Österreich, hat aber jede Menge Mitglieder und ErhalterInnen auch in Deutschland (und anderswo). Über das Sortenhandbuch können Mitglieder Samen ordern, auch Stecklinge, Jungpflanzen pipapo.  Der Newsletter ist gut, die Weiterbildungsmaßnahmen viele und der Verein unglaublich rührig.
Kulturpflanzen retten + erhalten + vermehren + zugänglich machen + tauschen + über Anbaumethoden sprechen + über Kochrezepte.... das Spektrum ist endlos.

In Deutschland gibt's ein Pendant, den VEN www.nutzpflanzenvielfalt.de.
Auch hier gibt's Saatgutlisten und den Erwerb über die ErhalterInnen, wie bei Arche auch.

Dort gibt es auch lesenswerte wie erschreckende links zum Insektensterben http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/wissen-und-bildung/Gro%C3%9Fes-Insektensterben-als-Problem-der-Landwirtschaft-article3685311.html

oder über die Verantwortlichkeit der westlichen Wirtschaftspolitik (Stichwort Saatgutvorschriften, in denen bäuerliche Selbstvermehrung nicht mehr vorkommt)  am Aussterben lokaler Sorten und am wirtschaftlichen Abhängigmachen sogenannter Drittweltländer von der Trias Saatgut-Pestizid-Dünger.

https://www.fian.de/artikelansicht/2017-07-04-pressemitteilung-kritik-an-g20-satte-menschen-statt-satte-gewinne/

Genau letzteres ist etwas, was mich regelmäßig in Harnischbringt. Länder von der Saatgut-Pestizid-Dünger-Trias abhängig machen heisst Böden auslaugen, regional angepasstes Saatgut innerhalb 2 bis 3 Anbauperioden zum Aussterben bringen, heisst wirtschaftliche Abhängigkeit schaffen und halten,  und wenns so "schön" schiefgeht wie mit dem Maiszünsler in Südamerika ist das Insekt in 3 Anbauperioden angepasst, resistent und die Bauern gucken in die Röhre: Ernte futsch, altes Saatgut futsch, Böden futsch, Gesundheit futsch, Grundwasser versaut, alles futsch. Verarmung, Verschuldung, Hunger. Wer lacht? Monsanto und Konsorten.

Saatgutvermehrung ist eine uralte bäuerliche Technik, die nicht nur weiterhin gepflegt, gelehrt und angewandt werden muss, sondern auch geschützt. Weltweit. Und gelehrt. Denn sie ist wichtig. Nur Pflanzenvielfalt kann Insektenvielfalt halten und der Menschheit langfristig den Arsch retten.
By the way: Jede Menge der bäuerlich vermehrten aber sortenfesten alten Sorten sind nicht im Saatgutarchiv auf Spitzbergen eingelagert.

Unser Saatgutarchiv Tomaten (Chillies, Kürbisse, Zucchini)



Ich weiss, es sieht unprofessionell aus. Aber es funktioniert. Wir streichen Samen auf Papier, lassen es+sie trocknen, beschriften mal mehr mal weniger ausführlich zu Größe, Farbe, Geschmack, Ernte/Reifezeitpunkt, Braunfäuleanfälligkeit, Jahr. Im Februar/März vom Papier pitteln, in die Saatschale legen, angiessen, wächst. Grins.
Die kleinsten Tomätchen lassen wir manchmal einfach als Frucht zusammenrunzeln, wenn man sie im Februar März anschneidet, sind die Samenkörnchen tlw. schon am grünen, ab in die Erde, wachsen sofort los.

Noch 4 Wochen bis Sonnwend, noch 3 Monate bis die ersten Saatkisten  gefüllt werden.
Mal schaun, wenn ich jobtechnisch wieder atmen kann, zieh ich Sprossen 😚



Montag, 27. November 2017

Papierliebestempelei

Susannes Papierliebemontag mit Stempeln hat heute den letzten Montag...
und Susanne hat die schönsten Haushaltsgegenständedrucke gezeigt.

Da in ich mal buddeln gegangen. Das waren die Anfänge meiner Stempelei. Knöpfe, Kordel, Gummibänder, Draht, Spitze, alles mögliche auf Holzklötzchen gewickelt, geklebt...
Ich hab so n Karton voll mit Krempempel.



Die Abdrücke werden sehr zart, wegen der Unregelmäßigkeit der Blöcke lege ich Schaumstoff oder ein Moltontuch unters Papier.  Als Vorsatzpapier mag ich die so bedruckten Bögen gerne.


ichthyosaurus latexis....

Schöne Woche!

Freitag, 24. November 2017

käse essen

mit der tochter den rest camembert schlachten.
gestern gekauft.
zwei drittel selber gegessen. schlotz ist der gut.
mann guckt kritisch, so im sinne von ich hab noch garnix davon gehabt

wir grinsen und mampfen.
ich so, beruhigend, nuschelkaufneuenmorgennuschelmampf
mann schnappt schachtel, liest vor: aus der normandie, dlg prämiert
tochter: was heisst dlrg? 

wir buchstabieren zweistimmig: deutsche lebensrettungsgesellschaft
mann: das steht aber hinten nicht drauf.
tochter: was hat der käse mit dem dlrg zu tun?
ich will eigentlich antworten: er kann nicht schwimmen, aber zu dem zeitpunkt sitze ich schon japsend mit rotem kopf, vollem mund und leise vor mich hin wimmernd am tisch. 

mann: gleich erstickt sie. (er grinst, ich wimmerkichere)
tochter: wie geht der griff?
mann: heimlich. um den bauch und ruck. spotz würg (macht er vor)
lachflashhöhepunkt.
stell dir vor, sage ich, japs, kicher, schwimmbad, die dlrg leute am rand aufgereiht und in der mitte dümpelt der camembert, wimmer, kicher
mann: ja dann wirfst du einen rettungsring drauf, der passt da perfekt drumrum.
aus, johl, gickel, japs.

oh mann sind wir bekloppt.

hab ich schon gesagt, dass ich diese familie liebe?!


 

Donnerstag, 23. November 2017

Marks, Himmel und erste Streifen


Billes Mann arbeitet bei Kartographierungsprojekten mit. Von den Luftaufnahmen gibt es jede Menge Aufnahmen, die weggeworfen werden.  Die beiden dachten an mich und beglückten mich mit einem Stapel Fotos. Das Format ist über A 4 breit + das Papier läßt sich schwer falten, null und mit nichts kleben - was tun? Nähen. Und mit Klebeetiketten arbeiten. Ihr könnt mir ja Bescheid geben, ob die Etiketten noch dran sind, falls was bei Euch ankommt....


Heute morgen ein himmlischer Sonnenaufgang, traumhaft schön. Danach war die Sonne nicht mehr zu sehen.... :-/



 Heute komm ich mal so langsam ans mark making.... grau ist nicht so meins, aber was ich bei Euch allen auf den Blogs sehe, macht mir klar, was ich bei Grau verpasse!

Also los. Stempelgummiresteschale auskippen.
Comicschablone her. Lalala....


 Da oben sind auch schon mal Streifen! Papierchen der geilsten Trüffelpralinen....
Irgendwie schauen die Abdrücke nach Knochensammlung aus, pedantischer Pathologe am Werk? Öhöm. 


                                                                                                                                                           Es ist ne kleine Maus drin...

So könnte man vermutlich nett Stoff bedrucken. Hm hm hm. Naja, büschen langweilich.