Donnerstag, 25. April 2019

sketchbookrevival 2019 day 4

Es geht weiter.
Session 1 Angela Fehr: intuitive watercolor


Session 2 Toni Burt: faces made simple - mixed media.


Es ist ganz schön anstrengend zwei Kurse zu machen an einem Tag, was bei mir meistens abends heisst.
Danach bin ich flach. Auf sehr angenehme Art, aber flach.
Ich lerne Umgang mit Farben, mit Pinseln, Tricks mit Aquarellbuntstiften (meine uralten sehr geliebten sind z T nur noch 2cm-Stummel, seufz) ich lerne karoeinfach ein Gesicht aufzubauen oder einen Hund auf drei Kreise heruntergebrochen in Bewegung zu setzen.
Andrea, das war eine Bombenidee, mich auf das sketchbookrevival anzusetzen! Danke
Ich find's klasse. Und es schleicht sich der beruhigende Gedanke ein, die Andern kochen auch nur mit Wasser. Kicher. Die "Textfestplatte" läuft auch wieder - auf instagram zu bhupaliguptes wunderbaren farbreduzierten Collagen kann ich nicht wiederstehen und schreibe Gedichte dazu. Ich finde die  Collagen unglaublich inspirierend.

Was ein Glück hab ich noch Urlaub. Mal sehn, ob ich das Revivalpensum, wenn ich wieder arbeite, weiter durchziehen kann.
Und ob ich den Bildschirm wieder sauber kriege! Die Wasserfarben und Gessospritzerei hat leider das ganze notebook eingesaut, hust.

Mittwoch, 24. April 2019

sketchbook revival - gartentage - sammelsurium


Auf Andreas Einladung nehme ich am sketchbook revival 2019 teil. Wow, spannend, sehr unterschiedlich, von witzig bis ganz verflixt anspruchsvoll. Ein kostenloser online-Kurs mit xunddrölfzig Künstlerinnen und Künstlern, die einem in Videos von 30 min bis fast eine Stunde Tips, Tricks und Anleitungen geben. 
Immer: Umsetzen und üben in Echtzeit mit dem sketchbook daneben!

Ich hab alle Farben, Stifte, Pinsel, etc. rund um mich verteilt und werkle. Es ist nicht ohne!
Zwei Anleitungen an einem Abend, da biste schon uff. Aber es macht soo einen Spaß!

Den Anfang machte eine Niederländerin, Koosje Koene mit einem sketchbook-Portraitkurs. Mal Dich selbst blind. Juhuu. Selten so gelacht. Ich weiss, dass meine Freunde dieses Jahr im Juni heiraten, ich werde Papier + fette Textmarker zur Fete dabeihaben, diese Aufgabe ist zum Brüllen komisch.


 

Hat was von Picasso und Kubismus.... kicher. öhöm.



Unsere Ostertradition, Samstag abends (eh, nachts) um den Tisch zu sitzen und mit Wasserfarbe Eier anzumalen, ist ungebrochen!

Die Kinder schenkten mir dieses Ei! 


Gestern war ich den halben Tag im Garten, es sieht einerseits unkrautig aus, andrerseits viel zu trocken.  Ich hab im Staudenbeet für Luft gesorgt und Zeug zurückgeschnitten. Der Hartriegel schiebt aus jeder Ecke Erde Schößlinge, die Felsenbirne erstickt fast daneben, mein liebstes Stachelbiest Zierquitte ufert maßlos aus und die Forsythie kann ich sowieso nicht leiden. Ab also. Also ab. Am Ende:  Drei Haufen Zweige, einer davon voller Dornen und Stacheln, Rose kam auch noch runter. Puh.

Gegen Abend, ich war am Telefonieren mit dem Mann, kam von schräg hinten Monsieur Distelfink angehüpft. Hüpft einen Stengel Löwenzahn an, bis der sich unter'm Gewicht nach unten biegt, er läuft vor bis zur noch nicht geöffneten Pusteblume und fängt an, sich die Samen herauszuzuppeln. 2,50 m vor mir. Durch nix zu stören. Dopst zur nächsten Pflanze, gleiches Spiel, anhopsen, niederlegen, draufstellen und leerzuppeln. Samen futtern.




Das ist alles was übrigbleibt, der leere Blütenboden, aufgebogene Hüllblätter und drumherum liegen die weissen Pustefäden.


Heute war dann andrer Besuch im Garten. Quaak.
In allen Teichen der Nachbarschaft Quaken, Quarren, Grunzen, die Population ist verbreitet, sehr aktiv und sehr laut. Klasse. Ich freu mich immer über den Rabatz.

Am Garten geht die Hundeausführroute vom Tierheim vorbei, ein junge Frau fragt mich freundlich, "Wollen Sie einen Hund?"  "Nöö", sage ich, "aber sagen Sie, kommen Sie auf dem Rückweg nochmal vorbei und wollen Löwenzahn fürs Nagerhaus mitnehmen?"
Später bekommt sie ein dickes Bündel Löwenzahn. Ich streichle das kleine alte Hündchen, einen Rehpinscher mit unkupiertem Schwanz und ganz wundervollen unkupierten Fledermauseohren! Er ist so alt, dass das Fellchen schon grau wird, hat ein trübes Äuglein und ist ein ganz netter und geduldiger alter Herr. So machen wir das öfter. Der Löwenzahn wird verfüttert und ich bekomme Hundebesuch.

Das sketchbookrevival von gestern war für mich sehr gemischt. Der Kurs von Tamara Laporte Whimsical Buildings: Cultivating Mindfulness war, eh, garnix für mich. Häuschen malen zum Abschalten ist nicht meins. (Und die Farbvorlieben der Künstlerin sind für mich so "schüttel")



 Aber gut, mitgemacht, wieder was gelernt. Achten Sie Nicht auf Perspektive.
 

Rachel Roses A thumbnail sketch  fand ich ziemlich klasse. Ich hab zwar in der Umsetzung eher so was wie "Thema verfehlt" hingekriegt, aber der Kurs hat was. Von wegen, ich hab keine Idee, oder so. Gibbes nich - nicht mit dieser Methode!

 
Heute Abend dann Charlie O'Shields Sketching like a kid mit sehr gut umsetzbaren Tips zum Umgang mit Wasserfarbe.  Das hat Spaß gemacht. Sehr spielerisch und sehr pfiffig.



Witzig dabei: Sein Video ist aufgenommen während bei ihm ein Gewitter war, es rumpelt und donnert immer zwischenrein. Ich spiele es ab und hier wird's draussen total dunkelgrau, stürmt wie blöde und die Welt geht mal kurz unter: Wolkenbruch, Geblitze, Geschepper, juppdihei. 





Die Beleuchtung in der Baustelle nebenan hatte unter dem graublauen Sturmhimmel etwas surreales.


Die zweite session war verdammt anspruchsvoll: Nina Rycrofts Playing with animal characters.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einen springenden Hund mit fliegenden Ohren zeichnen kann! Hu!



Jetzt bin ich platt. Und freudevoll.

Freitag, 19. April 2019

Zu früh für Sommer

Im Gleisbett der Strassenbahnhaltestelle steckt die Distel beinahe flauschig ihre mit Stacheln wie pelzbesetzten Blätter aus, streut Sedum winzige Sternchen. In den Beeteinfassungen längs der Baustellenstraße, in denen seit zwei Sommern sich allerhand aussääte, ansiedelte, winkt der Mohn. Jetzt schon! Knittriger Klatschmohn im kalten Aprilwind.
In einem der anderen Beete hat der Regen die weissen Blütenblättchen der Margeriten zusamengeklatscht und längs ihrer Stengel nach unten geklappt.
Die Sonne treibt hinter milchhellem Gewölke zwischen den Kabinen des schlafenden Riesenrads, kraftlos weissgelb wie ein Vollmond an einem hellen Dezembermorgen.
Frühlingsstürme blasen die leuchtenden Blüten der Ahornpuschel davon. In den Rinnsteinen der Straße sammelt sich schmutziges Gelb.
Die knittrigzarten Blätter, die nach den zerrupften Blüten austreiben, halten sich fest gegen den Wind, ducken sich vor der Kälte.
Die Augen zu Schlitzen gekniffen, weil mir kalter Wind nach 10 Metern Fahrt schon Tränen treibt, strample ich meine Wege längs des Rheins.
Der Wasserstand ist schon wieder gefallen. Die Wellenbrecher trocknen, zwischen ihren graugrünen algigen Kanten dümpelt Müll. Kormorane sitzen, die Flügel nach dem Fischen ausgebreitet, auf der Mauerkrone des alten Kais, unter ihren Füßen steht in großen verwaschenen Lettern Feuerwehr.
In den noch kahlen Kronen der Pappeln streiten die Rabenkrähen um Nistplätze.


Das Gerippe des neuen Hotelbaus, fünf Stockwerke hoch und dreieckig wie ein Tortenstück, atmet aus Fensterlöchern Betonkühle aus und schlägt mit den Planen, die die Fassade verhängen, wie mit Stummelflügeln im Frühlingssturm, knapp vor'm Abheben festgehalten von den Werbebannern der Dachdeckerfirmen.
Vier Baukräne drehen ihre Köpfe im Wind, hoch oben, wo weder die Fahnen hochgewirbelten Sands von den Lastern hinkommen, noch der süßlich-chemische Geruch der Toilettencontainer. Ich atme flach beim Vorbeifahren und reihe mich zwischen Betonkippern an der Kreuzung ein.

Diesen Text schrieb ich um den 13., 14.ten April und er beschreibt die Kälte der frühen Apriltage.

Heute, am 19.4., Karfreitag, habe ich meine Küchenvorhänge aufgehängt, um die Sonne auszusperren, es ist gegen 12 Uhr schon 24 Grad warm. Tendenz steigend.
Wenn das der Auftakt ist zu wieder so einem Sommer wie 2018, können wir uns auf einiges gefasst machen. Der Wasserstand des Rheins fällt seit Wochen, ich schaue ihm jeden Tag zu. Es regnet zu wenig. Viel zu wenig. Klimawandel. 

2018 war ein Vorgeschmack. Ich fürchte, wir werden uns damit anfreunden müssen, dass die grüne, fruchtbare Rheintalebene mit ihrem Weinanbau, Rapsfeldern, Obstgärten, Spargeln und Getreide versteppt, der Wind die Krume davonträgt, die kaum gehalten wird, da im Zuge des Landhungers die Kricks, Resche und Wasserläufe, die früher die kleineren Anbauflächen untergliederten, abgeschafft sind. Agrarwüste bekommt bei trockenen Sommern eine zweite Bedeutung, die ich mir nicht dauerhaft wünsche. Aber für Wünsche ist es zu spät.
Hoffen wir auf Regen. Pflanzen wir Resche und Kricks wieder an, um den Boden zu halten. Hören den Pappeln zu, die ihre Wurzeln in die Tiefe senken und schlürfen. Hoffen wir auf Regen.

Montag, 15. April 2019

creative practice

 Zwar ist der Kurs vorbei, aber ich möchte doch daran weiterarbeiten und weiterlernen, was mit Farbe geht.  Die Künstlerin Kim Henkel macht grade eine ganz wunderschöne 100 Tage botanicals  Reihe. Ihre Blumen gefallen mir sehr gut, bloß, wie malt man das? Kim fragen "first watercolor, than I add the pen" DANKE! und dann erst mal versuchen, zu kopieren. Ein Gefühl für die Handschrift bekommen. Copying Kim Henkel, das war die mein Nachtergebnis.

Und so ging es Sonntag dann weiter: 




Den geerbten Papierfundus durchgucken und auf verschiedenen Papieren malen.

Ich wünsch Euch eine bunte Woche....

Mittwoch, 10. April 2019

Freiheit für Nasrin Sotoudeh

Aus gegebenem Anlass

Bitte unterschreiben um dem G7 Gipfel Druck zu machen.

Der iranischen Menschenrechtsanwältin und Sacharow-Preisträgerin Nasrin Sotoudeh drohen 38 Jahre Gefängnis und 148 Peitschenhiebe dafür, dass sie sich im Iran friedlich für Frauenrechte eingesetzt hat.

Weitere Infos Avaaz und Amnesty international und in der SZ .



Montag, 8. April 2019

Farbrausch

Der 30 days of creative practice Kurs geht weiter. Auf insta hab ich jeden Tag gezeigt, hier stell ich ne Auswahl zusammen, ich will Euch ja nicht erschlagen (das kommt später erst)


wet in wet --- wurde gleich ne Serie Karten, die ich gold bestäubte, was aber mit der Haarsprayfixierung später nicht mehr so hübsch pudrig aussah.

monochromatic.

 
pop of colour

 geometric


 
und gestern abend silhouettes.

Und jetzt kommt der Farbrausch (und das Erschlagen...)
Elvira hat mich besucht, juhuuu. Und wir konnten unser lang angepeiltes Duo Gelliplate + Buttonhole endlich in die Tat umsetzen!
An zwei riesen Tischen, einem Atelierplatz, den ich über einen Kunstverein freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekam, legten wir zwei Tage los.


später breiteten wir uns auf noch zwei Tische aus....

Elvira, die Gelliplatequeen, hat alle Bögen bis auf den letzten Fitzel Papier bedruckt, Muster gemischt, Farben kombiniert, Wahnsinn.


so ein Farbrausch steckt dann an.... ich bin da immer noch recht brav, die Bögen haben noch viel Platz, aber gegen Ende des Samstags wurde auch ich im Gestalten immer wilder und langweilige Anfangsblätter wurde buchstäblich so lange überdruckt, bis ich selber dachte, wow, hoppla. 







Wir hatten einen großen Spaß, danke Elvira! Jetzt hab ich sogar noch eine Gelliplate geschenkt bekommen, ich werde öfter farbrauschen :-)  Versprochen!

Sonntag dann gings ans Binden.



 Elviras großes Quartformat ist so schön geworden!

Das schmale rotbunte ist von mir, das große mittige hat Elvira gebunden mit chinesischen Schriftzeichen im Fenster und das kleine hellblaue hatte ich mitgebracht zum Gucken.


Ein Dummie für die australian piano hinge Bindung, die ich mit den herrlich bunten Papieren unbedingt binden musste.

Das war ein Wochenende! Bloggerinnentreffen sind ein Geschenk. Grinsbreit.
Eli hatte mir wunderwunderschöne Kleisterpost mitgebracht, aber die zeige ich erst, wenn ihre Frühlingspöste verschickt sind. 

... aber das WE war noch nicht zu Ende, der unangenehme Teil kam noch. Fasten seit Frühstück bis tags drauf, abführen, Vorbereitung einer Darmspiegelung. Zu allem Überfluss tauchte noch mein Schwager auf mit Frau, Kuchen und Eis - ja, guten Appetit Euch.

Das ist jetzt auch alles überstanden, alles gut, alles fein, alles glatt und rosa, in 10 Jahren wieder.

Fastenbrechen mit Obst und Cornflakes.


Diese Ernährungsumstellung ab 5 Tage vorher ohne Frisches, ohne Nüsse, Körner, grobes Brot, die ist ja eine Strafe für mich. Mir war nicht bewusst, wieviel Obst und Gemüse, Nüsse und Mandeln ich immer futtere. Yummieee.

Treibt's bunt und denkt an Eure Vorsorge. Zwei Freundinnen von mir sind erkrankt, rechtzeitig erkannt dank Vorsorgeuntersuchung!