Dienstag, 30. September 2025

Schön und scheusslich

 Sonntag mit Sonne. Der Mann ningelt, "lass unterwegs sein". 

Am Tag vorher waren wir zu einer Totholzführung im OberOlmer Wald angemeldet. Jedoch: Demo, Strassensperrung, Busverspätung, schliesslich liefen wir von der Bushalte wieder heim, weil wir nie und nimmer auch nur halbwegs pünktlich hätten dort sein können.

Nun also Sonntag. "Lass uns doch zum OberOlmer Wald fahren", schlage ich vor. "Vielleicht klappts ja heut." Spoiler: Nö. 

Die Verbindungsauskunft der app stimmte nicht annähernd mit den Angaben der Bushalte und Umstiege vor Ort überein. Schließlich standen wir ohne Anschluss halbwegs in der Pampa. 

Und stiefelten ein paar wundervolle sonnige Stunden in den Streuobstwiesen um die Alte Ziegelei herum,  (be-)suchten unsere alte Gartenanlage, sammelten Dotzäpfel und Nüsse, zockelten gen Hechtsheim, galoppierten gegen abend zum Bus und rumpelten glücklich heim. 

Dachten wir. Bis zum Aussteigen. Zerr und schnapp, sagte die Sehne an der Hüftprothese und die nächsten Stunden und Tage waren Humpeln, Ibu, Bettflasche, fluchen. Hässlich. Schmerzhaft. 

 

Heute ist wieder gut.  

  

 

Samstag, 27. September 2025

Verein...

Morgens um 10 vor 9  stehe ich am Gartenverein. Nach zwei verregneten Tagen und eine halbe Stunde vorher wars auch noch  mal  nass.  Noch  kein Mensch da. 

Ich habe Arbeitseinsatz, wie  jedes Vereinmitglied,  einmal  im  Jahr  4 Stunden.  

Ich radle in meinen  Garten,  packe Eimer, Schere, Handschuhe, Kniekissen, keine Ahnung,  was heute ansteht,  aufs Fahrrad, radle wieder runter zum Vereinshaus. Niemand zu  sehen. Komisch.  Der Parkplatz war auch komplett leer.  Rufe schließlich einen vom Vorstand an. Oh,  kommt, ein lahmes,  stimmt, wo  Du  es jetzt sagst....  Du hättest ja  auch Einsatz  gehabt heute. Wir  haben gestern abend alle angerufen und  abgesagt, weil  es so nass ist. 

Danke  auch, sage ich, höre mir noch an,  dass ich in  14  Tagen oder 4 Wochen  kommen  könne,  wünsche  nen  schönen Samstag und lege auf.  Radle wieder in  meinen Garten.  Hmpf.  Wo ich schon  mal da bin. Hmpf. Ja,  es ist nass. Na und? 

Stiefle erst  mal in  diverse Beete, sammle  Zucchini,  zähle den Nachwuchs (5 gelbe noch und 2 grüne),  nehme bedauernd  die letzten geplatzten Tomaten  runter.  Fange gedankenverloren  an,  die zähen  Grasbündelchen, die im Thymian  stehen,  herauszuzupfen,  was super geht weil  unser  Sandboden nass  toll krümelig  ist. Eh. Okay. Eimer, Kniekissen, Sack. Nach beinah zwei  Stunden bin ich einmal um und durch das zugewachsene  Kräuterbeet gekrochen gezupft und gewurschtelt,  die Füße sind patschnass aber warm, die  Hände und  Unterarme ziemlich schlammig,  die Laune gut, es wird wärmer, ein  Hauch Sonne funzelt durch  die Wolken.  Sammle Äpfel, Trauben,  steche ein fettes  Bündel  Löwenzahn  fürs  nahe  Tierheim, lade mein Fahrrad voll. Kräuter,  Blumen, Mangoldblätter  groß wie Zeitungseiten.  Hände waschen. Abschliessen. Tschüss Waldschaben, Wildbienen und Heuhüpfer, tschüss Himbeeren,  Quitten, Astern. 

Hallo  Tierheim. 

Guten Morgen zuhause. Zweites Frühstück.



 


Donnerstag, 25. September 2025

kritzelpoesie

Kurz vor knapp wie meistens.... nun also

Eulen malen

Giovanni Luigi da Palestrina hören

Käse essen 

Eulen malen 

Und vor mich hin knöttern,  weshalb die besten Entwürfe immer auf dem schlechtesten ungeeignetsten Papier landen.

Weil als Entwurf gedacht und dafür nimmt Frau ja nicht das Skizzenbuch. Pffft. Würde ja einem Entwurf eine Wertigkeit zugestehen. Sondern den ollen Pappedeckel eines Collegeblocks. Hrrrmpf.

 Käse essen

Oilen  malen

Repeat. 

 

Dienstag, 23. September 2025

die vögel und immer die vögel

 


nach zwei regentagen heute sonne
trompetend ziehen ein paar kraniche über der petersaue
von unten steigen andre hoch
großes hallo
über mir fliegt einer
laut und eilig ostwärts
halt wartet mal auf mich!

drei falken kreisen in der morgensonne, die die flügel anstrahlt
sie ziehen ab, ich stehe auf der kreuzung, scheissegal, verrenke mir den hals, ah, da!
fahre zurück
bewundere die falkenschönheit
ganz vorne auf dem eckhaus auf der schneefangreeling
den schönen kopf seitwärts gewandt zu den geschwistern, die noch kreisen

am zufluß der marina dümpeln die zwei schwäne, die hier wohnen

sittiche kreuzen westwärts mit geschrei
die bahn der rabenkrähen

ich fahre fahrrad dabei wünsche ich mir flügel

Montag, 22. September 2025

schau! und fassung II verhext

regen

ich eile durch die stadt 

beschirmt mit tupfen

pfützen malen kringel 

vor der arztpraxis die montagmorgenschlange

 

bein - fingerkreis - und zauberwort

  ein klatschen

schau! da stürzen sie, gewirbelt durch den regen

fallen ins himmelsgrau

krähen stieben schimpfend

das schreckgeschrei verweht schnell im verkehr

wer schaut denn schon nach oben?

besonders wenn es regnet - 


ein bunter firlefanz am himmel

auf die straße stürzen

ein, zwei schirme, tasche, schuh und brille, mützen

 

schnell, geh vorbei,

dass niemand ein verdacht ...

die frau?

auf einem beim?

wer hat geklatscht?

 

dort liegt

ein regencape

das mit dem wind 

aufbläht und matt in sich zusammensinkt

 

es atmet noch

 

 

Fassung II    1 Tag später 

 

verhext

 

regen

ich eile durch die stadt 

beschirmt mit tupfen

pfützen malen kringel 

arztpraxis mit montagmorgenschlange

drachenschwanz 


halt inne:

bein - fingerkreis - und zauberwort

                 ein klatschen

schau!  da stürzen sie, gewirbelt durch den regen

fallen ins himmelsgrau

krähen stieben schimpfend

das schreckgeschrei verweht schnell im verkehr

wer schaut denn schon nach oben?

besonders wenn es regnet! 

 

ein bunter firlefanz am himmel

auf die straße poltern

ein, zwei schirme, taschen, 

brille hängt im baum und eine mütze

 

schnell, geh vorbei,

dass niemand ein verdacht ...

die frau?

auf einem beim?

wer hat geklatscht!

 

dort liegt

ein regencape

das mit dem wind 

aufbläht und matt in sich zusammensinkt

 

es atmet noch

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 21. September 2025

stop the siege

 https://linktr.ee/sropt.media?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAac-Io6WF9l83gG22iWHYwv5P4XZeow4-d-sZu0JUcG8KA8ZMoMH8hAuE3PaDA_aem_iLK4oM-EDSC23Fgszd5-AA

 link  zu Francesca Albanese und  Publikationen

 https://globalsumudflotilla.org

 https://www.thamra.org/ 

 Ärzte ohne Grenzen

Aktion gegen  den Hunger 

Gaza    Sudan   Jemen   Malawi  Afghanistan

 

 

 

 


 

duhastkeinemachtübermich

so  ganz haut's a net  hin mit den  30  tagen am stück.

    hat jemensch was von am stück gesagt? 

eh, nein.

    na also.  

die woche: anstrengend. nicht  der übliche  jobdriss,  der ist a normal  und  geht in wellen  und wieder vorbei. nein. emotionaler  driss.  heftig.  ärger und  frust, ohnmacht und  wut,  verletztsein und  absichtlich  missverstanden werden, ohne  anerkennung/gegenleistung/respekt   ausgenutzt   benutzt werden, all das schwappt der engagiertesten frau, die ich kenne  "zum dank" ins gemüt um die ohren, weil ne person in der hierarchie  eins  darüber sie  triezt , ärgert und triggert. triggert auf fieseste art.            mann. macht. weil  sein ganz privatsubjektives  minderwertigkeitsgefühl - unterlegenheitsgefühl -  nenns wie du willst , umschlägt, ohne  impulskontrolle, in angriff. und  das team  das abfedern  muss, um zu überleben. um  die frau zu halten,  stärken, schützen.  wir leiden  mit. wüten mit.  ohnmachten  mit.  stärken uns.  halten  uns. bauen uns  auf.  

aber es kostet so verdammt viel kraft. 

mich bringt es immer wieder an  den rand des erträglichen. zerlegt mich,  meine konzentration, mein denken, mein fühlen, mein in meiner mitte sein. haut mich aus der  bahn.

freitags nachmittags verziehe  ich mich  in der garten.  mich erden.  einen sack voll  unkraut rausnehmen. mit dem freischneider mähen bis  2 akkus leer sind. den  kopf leer machen beim  händetun. drei  stunden.

so  ganz hilft es nicht, wird aber besser.  diese art stress  bleibt in meinem innern. verknotet den bauch, klotzt im magen,  zieht die  schultern hoch, die  tics  und muster  selbstberuhigender selbstverletzung seit kindertagen poppen  auf.  mein inneres  wie eine  straff gespannte saite, sirrend,  unter zug. 

 ***

abtauchen  in das gold  und den  duft kleiner (zier)quitten, das  blau  von borretsch und zweiter ochsenzungenblüte,  das  strahlende goldgelb der topinamburblüten, die den hinteren teil des gartens  an hohen  ineinandergeneigten stengeln in eine kratzige sperrige leuchtende wildnis  verwandeln.  wer mit  der schubkarre durchmuss, erntet kratzende schrammen, blutend bisweilen.   grün  und kreischend rasen  die sittichschwärme vor einem himmel,  so knallend septemberblau.

montag schon ist tag-und-nacht-gleiche. gehe ich durch  ein jahr an  diesen dreimonatsabschnitten entlang, herbsttagundnachtgleiche, wintersonnwend,  frühlinggstagundnachtgleiche, sommersonnwend, wird mir immer  bewußt, wie kurz diese abschnitte sind (und wie kurz ein jahr)  -  denn, sei ehrlich, dreimal 4 wochen,  das fliegt. 

und  mit dieser erkenntnis, wie kurz eine woche, ein tag,  ein quartal sind, ein  jahr, wie  schnell  "ach schon wieder vorbei"  -  kann ich den  stress  loslassen, in  seine  schranken tun. (okay, ohne garten, bimsstein  und  handcreme ginge es  schwerer,  aber,  ich besaufe mich nicht,  fresse keine tabletten, schlage nicht meine liebsten) 

irgendwann gestern abend, als es mich noch ziemlich zerlegt hat,  kam der satz  hoch

weshalb räumst du dem  (typ/dem stress/den gedanken an die situation)  so viel raum ein

letztendlich: so viel macht. 

entmachten.  

du hast keine macht über mich.  du  hast keine macht über mich. du  hast keine  macht über mich.

 

 

danke fürs zuhör'n in form von lesen. und  nein, bitte  schreibt mir jetzt  keine gesundheitsratschläge und  entspannungstips  auf.  bitte.