Montag, 20. November 2017

papierliebe am montag


 es gibt füscheeeeee!!!!!!!!
 



die linolfarbe trocknet soo laaangsam, auch mit föhn nicht schneller.... 
ich versuche jetzt zum dritten mal, dem post einen backlink zu verpassen! Hrrgghh. Also nochmal: Susanne fragt mit der papierliebe am montag was bei uns an stempeln rumliegt. hei, bei mir halt immer noch füsche. ich bin noch nicht vorweihnachtlich, mir ist nach bunt und blödsinn. 

und es gibt








spektakelnden aquarellhimmel. eigentlich für fotos zu dunkel. aber nachtbelichtung ohne stativ und bei wind gibt eh nur wackeldackelkastanienbilder.
brr. kalt. tür zu. 



Freitag, 17. November 2017

Volle Tage...

Ich rechne ich seit Wochen Kfz-2018-Rechnungen gegen, so dass ich mittlerweile in SF Klassen träume, Joker sage, wenn ich Butter meine, das Erstzulassungsdatum vom Käse suche, den Salat frage, ob er vorsteuerabzugsberechtigt ist und die Nüsschen über oder unter 23 Jahre alt. Und das noch bis Mitte, eher Ende Dezember.... 
Zwischendrin stürzt der Server ab, was sich mit himmlischer Ruhe im Büro zeigt (der Lüfter ist defekt und lärmt, der Chef unwillig und bei technischen Malaisen immer ganz schnell und ganz akut von Arbeitsplatzflucht befallen) oder es rauschen in dieses Gewimmel mal eben so von schräg hinten links scharf abgebogen ein paar Gebäudeschäden rein mit geballtem Unzuständigkeitschaos.  Zwei Versicherer, drei Unansprechpartner, grrr. 

Also hänge ich ein Weilchen am Telefon, diskutiere mit einem Gutachter, erkläre einem andern Sachbearbeiter, was eigentlich passiert ist, beruhige meinen Kunden, dass ein Regulierer kommen wird und ich auch, wenn er möchte, und wir die vier (4!) Schäden, die seit März einer nach dem andern den gleichen Raum seiner Praxis heimsuchten, irgendwie aufgedröselt, sortiert und hoffentlich entschädigt kriegen.... Irgendwann lachen wir und er geht weiter Zähne flicken, ich Fälle.
Mein Job macht Spaß!  Update: Das ist wirklich so und kein Galgenhumor!

Meistens. Grins.

Aber wenn die Nächte zerrupft sind, weil der Tochterteenie nachts um drei vom eigenen Nasenbluten wach wird und meine eigenen Augen von der PC Starrerei sandigrauh sind, dann ist es schon Gequäle, morgens aus dem Bett zu kommen. Heut früh hackig vertrödelt. Es war mit mir einfach keine Geschwindigkeit zu machen. Als die Glocken um dreiviertel acht läuteten, wenn ich eigentlich schon im Büro zu sitzen habe, war ich immer noch zuhause, lud die Waschmaschine mit Blutbettwäsche und zog mal langsam die Jacke an. Die Suche nach einer Mütze erfolglos aufgegeben.
Kurzer Widerstreit mit dem eigenen Schnarchego, nehm ich den kurzen Weg durch die Stadt, dann siegte das Wissen "der Molenweg tut mir gut. Und zu spät bin ich eh, ist jetzt auch egal..." 

Also zum Tor raus und nach rechts; ich fädele mich radelnd in die dritte Spur von vieren ein, sause über die Kreuzung, nehme den Weg durch Baustellenlehmschmodder sachte angebremst und lasse mich dann am Fluß lang rollen.

Nässe. Diesig. Feuchtkalt. Die Möwen am Hafenarm des Rheins aufgereiht, eine weißgraue Emma neben der andern, die Kormorane tauchen, das einzige Licht die Lampenbäume der Bagger im Baustellengewirr. Straßenlaternen schon ausgeschaltet. Geschlossene Wolkendecke in dem nicht sonderlich ansprechenden Isabellfarben dreckiger Unterwäsche. Es wird nur sehr zäh heller.

An der Feuerwache abbiegen, über nördliche Neustadtstraßen mit grottigem Puzzleasphalt, überall Platanenlaub, das einzige, was an dem grauen Tag goldbraun leuchtet. Ankommen.

Durchgepustet. Warmgeradelt. Stolz. Nach acht Wochen Molenweg ist die Lust den Umweg zu fahren größer als das Schnarchego. 


Ich fahre übrigens im Eisbär:



Sagenhaft fetter echter Wollfleece. Leicht, sehr voluminös, Michelinfrau halt, warm, ohne zu stauen. Winterfell....

Mittwoch, 15. November 2017

eye poetry und Herbstlicht

Nachdem die letzten Tage so strahlend waren, hab ich heute die Kamera eingepackt für den Heimweg. Sonnenlicht tanken.

 Im Baustellenschotter blüht immer noch der Mohn!



Linker Hand der Fluss im schon schrägstehenden Licht.


Der Rhein steht hoch




Rabengekakel. Sie werfen mit Walnüssen, um sie zu knacken.

 Ob sie es vor dem Frost noch zu einer Blüte schafft?



Äh, nööö


Den Weg von oben betrachten. Das Stahlgeländer singt bei jedem Wasserschlag, der Rhein bringt das gesamte meterlange Geländer zum Klingen.


Blüten. Immer noch. Auch späte Rosen und ein früher stark duftender Schneeball. Man muss nur hinschauen.

Das Grafitti geht schon in den Winterschlaf.

***

Andrea Holunder hat ein überaus reizvolles Thema für die eye poetry gestellt: Ein Haiku

verstreute blüten
jagt vor sich her und holt ein 
der jähe sturmwind

Fujiwara na Sasaie



Ich habe den Haiku auf ovale Bögen gesetzt und mit einem eigenen Haiku in Dialog gesetzt.


blätter legt der herbst
auf die zitterhaut des sees
die fische leuchten




Nun drehen sich zwei Haikus über meinem Schreibtisch im Luftzug.

Und weil alles neue Stempel sind, besonders der Füsch, verlinke ich sie auch mit Susannes Papierliebe am Montag, die uns nach Stempeln fragt.






Sonntag, 12. November 2017

eye poetry die neunte

Andreas eye poetry aktion ist immer wieder spannend, herausfordernd und unglaublich vielseitig zu sehen bei allen die mitmachen, was an Interpretationen herauskommt. (Deutsche Grammatik? Hä?)

Diesmal stellt sie uns Yeats als Aufgabe.

Er wünscht sich die Kleider des Himmels

Hätt ich des Himmels reichbestickte Tücher,
bestickt aus Golden- und aus Silberlicht,
die dunklen, die blauen und die hellen Tücher,
aus Nacht, aus Tag und aus der Dämmerung,
legt ich die Tücher dir zu Füßen.
Doch ich bin arm und habe nichts als Träume,
so leg ich meine Träume dir zu Füßen.
Tritt leise, denn du trittst auf meine Träume.

William Butler Yeats  

 Mir war von Anfang an klar, was ich machen wollte und was ich benutzen wollte. Ganz klassisch ein Abendhimmel  in Pastellkreide. Nun hab ich mit Pastellkreiden weder Erfahrung noch Übung. Die sind etwas, womit ich mir schwertue, die Pfoten einsaue, zwei Minuten später dann das Bild (trotz Finger abwischen) hrrrgh. Und ich wollte auf strukturiertem Papier werkeln, da ich es mag, wie die Farben die Struktur sichtbar machen. Frottageeffekt...

Also rumprobieren.


 Unzufrieden aufhören. Das Papier fusselt sich ab, ich habe Flocken von Kreide und Papier auf dem Tisch. Es gefällt mir nicht. 

Zweiter Versuch auf ziemlich altem dünnem Maschinenbütten aus Mutters Fundus.


 Hmpf. Vorher darüber nachdenken, wie ein Schuh am Bändel baumelt, wäre hilfreich....

Welche Laterne will ich überhaupt?

Anderes Papier.



 sie hat die Schuhe schon abgelegt.... für sanfte Schritte auf den Traumtüchern
 
Für die Stickereien Gold.

Vielleicht lad ich morgen noch mal Fotos hoch mit Tageslicht.
Für heute abend aber schicke ich meinen Yeats rüber zu Andrea. In der Linkliste bei ihr findet Ihr all die anderen Interpretationen!

 
He wishes for the Clothes of Heaven

Had I the heaven's embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half-light;
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams:
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams

William Butler Yeats 

Leselisten

Andrea hat mich angesteckt, einen Blick in meine Bücherstapel zu werfen und zu erzählen, was ich lesenswertes gefunden habe.

Ich hab den Sommer bis Herbst international durcheinander gelesen. Angefangen mit Chimamanda Ngozi Adichies "Americanah" - der Roman über eine Nigerianerin, die in die USA kommt. (Parallel dazu läuft die Geschichte des männlichen Protagonisten, der keine Green Card nach USA bekommt, nach England geht und kurz vor'm Schließen einer Scheinehe ausgewiesen wird. Der sich als Loser empfindet - die Einreise nach Lagos lehrt ihn, Ausgewiesene kehren jeden Tag zurück und das Leben geht weiter.) Die Erlebnisse der Frau in den USA sind ein Spiegel des Alltagsrassismus, eingebaut über den Kunstgriff des Blogs im Buch.  Der Alltagsrassismus macht Schlucken, man erkennt sich ja auch durchaus selbst in diversen der Begebenheiten, trotzdem ist manches darin wirklich brüllkomisch.

Dann von Tahar Ben Jelloun, den ich sehr schätze "Verlassen". Ein bitteres überaus schmerzhaftes Buch über die verlorene Jugend Marokkos, die, bestens ausgebildet, im Marokko der Korruption und Vetternwirtschaft keine Arbeit findet und sich sehnsüchtig über's Meer nach Spanien wünscht und träumt - und dort angekommen, sich verliert in Heimweh, Sehnsucht, Prostitution, Demütigung und Bitterkeit und daran leidet bis zum Tod.

Lizzie Dorons zwei Bücher zum Israel-Palästina-Konflikt "Who the fuck is Kafka" und "Sweet Occupation" haben mich begeistert - die illegale Besetzung Palästinas ist mir ein Herzensthema seit ich Felicia Langer gelesen habe, die in den 80ern sogar an unsere Universität eingeladen war. Langer ist Jüdin, ihr Mann Mieciu Langer ein Überlebender der Shoah, sie ist Juristin, die über Jahrzehnte als Menschenrechtsaktivistin Palästinenser vor den israelischen Militärgerichten verteidigte.  Ich habe lange überlegt, ob ich das hier poste. Ich lese Hecht-Galinsky's Blog und weiss wie unpopulär Kritik an Israel ist - wer die Besatzung und israelische Siedlungspolitik angreift wird als Antisemit verschrieen - aber da knurrt die Juristin in mir, es ist und bleibt völkerrechtlich Unrecht. Punkt.

Was habe ich noch gelesen: Khaled Hosseinis "Traumsammler" - das in Afghanistan spielt. Geschwister, die getrennt werden, weil die bitterarme Familie die kleine Tochter an eine reiche Familie nach Kabul verkauft. Die Lebenswege der Geschwister. Ein ausufernder Roman mit mordsviel Figuren, der mäandert und in viele Länder und Kulturen wandert und seine Wurzeln im ländlichen dörflichen Afghanistan hat.

Ebenfalls nach Afghanistan führt der Roman von Norbert Scheuer "Die Sprache der Vögel" über einen vogelbegeisterten Soldaten, der in Afghanistan stationiert ist und im Zuge seiner Vogelbegeisterung und -beobachtung der Truppe 'abhandenkommt'... Ein sehr stilles Buch, das vom genauen Hinschauen getragen wird.

Eben grade lese ich wieder Norbert Schätzings "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" - ein Buch das mich seit mehreren Jahren begleitet, meine Begeisterung für die Tiefsee füttert, einem so viel Information über das Meer um die Ohren schlenkert, dass es fast lexikalisch lesbar/nutzbar ist.  (Bio-Leistungskurs, lange lange her, aber die Themen sind immer noch meine. Kicher.)

Schönen Sonntag noch allerseits!


Dienstag, 7. November 2017

wenn die tage...

wenn die tage immer kürzer werden
und die nacht sich in die länge zieht,
dann wird es kälter auf der erden
und man wickelt sich in schals und dicke tücher
trägt den kopf zwischen den schultern
und bohrt hände in die taschen tief

wenn die tage immer kürzer werden
und die nächte fäden ziehn
gehen bei den einen kerzen an und zuversicht
und andre garnicht mehr und niemehr aus dem haus

wenn die tage
kürzer werden und die nächte länger
riecht der nachbar eventuell
eventuell auch nicht
je nachdem wie lange er schon nicht mehr heizt

wenn die tage kürzer und die nächte endlos werden
und die kälte die, die draussen liegen, einsteift
und am morgen liegen lässt
sammeln andre süßes im adventskalender
und die überstunden steigen an exorbitant - der rechnungsabschluss droht,
der rechnungsabschluss, ach!

wenn die tage kürzer werden und die nächte sich nah aneinanderlegen
wird das leben auf das taglicht hin zum tunnel
und ich wart auf sonnwend
fei're jeden tag der fäden zieht
die nächte krempelnd umschlägt, kürzt,
und näh mir vollmondschleppen für die wartezeit

ach, bis sonnwend, dahin, bis die tage länger werden dauerts noch

7. november 2017

Sonntag, 5. November 2017

Dankeschöön

Den Sommer über hab ich immer mal von da und hier Post bekommen.


Von Birgitt kamen Herbst- und Urlaubsgrüße an mit ihren tollen Fotos, Urlaubsgrüße auch von Magdalena, Mano schenkte mir ein Sonnen-Pflanzen-Kreisebüchlein, Ulrike eine Blaue-Stunde-Karte aus der Blaudruckaktion des Sommers, an der ich nicht teilnahm, Michelle ebenso, Andrea eine Klappkarte der Eyepoetryaktion mit Frieds Wintergartengedicht und Andrea, in deren Füchslein ich mich blitzverliebt hatte, beglückte mich mit Füchslein- (sogar Silberfüchse!) Anhängern. Ihr Lieben, ich danke Euch allen und habe hoffentlich niemanden vergessen.  Eure Kunstwerke und Karten sind hier überall verteilt und freuen Herz und Auge.
 
Am Samstag war ich kurz auf den Flohmarkt und konnte ein paar kleine Schätzchen ergattern:


In die alten Federhalter passen Linolmesser - ich arbeite lieber damit als mit dem kleinen kurzen dicken Griff. Den Bären und den Elefanten, die zwei Kringelchen, das sind richtig alte Plätzchenformen, wie ich sie horte sammle, ich hab noch alle von meiner Oma.
Eine komplette sewing awl noch mit Zwirn war ein Glücksgriff. 
Die gestickten Blüten und Tiere waren der Kracher: Eine Frau hatte eine ganze Kiste voll davon! Sie erklärte mir, die Stickmotive seien in den 20er, 30er Jahren Zigarettenschachteln beigelegt gewesen. Sammlerstücke heute. Ich konnte nicht widerstehen.

Da November-Dezember bei uns im Job die vollgestopftesten Monate sind, was sich bis Mitte Januar ziehen kann, verabschiede ich mich hier ein bisschen, zum regelmäßigen mitlesen und kommentieren werde ich nicht so oft kommen, denke ich. 

Morgens den Molenweg radeln, habe ich für mich beibehalten, wenigstens in der Früh und am Nachmittag/Abend Himmel zu sehen, Fluß, Weite und wenigstens ein paar Meter ohne Ampeln und Verkehr mit dem Rad sausen zu können erdet mich. So sieht es dann aus:



Die Möwe schaut den sich hebenden Nebelschleiern zu

und hat im Rücken den Sonnenaufgang!



Treibt's bunt!

Mittwoch, 1. November 2017

Allerheiligen

Allerheiligen

Kerzenlicht,
Willkommensgruß für meine Toten.

Leuchtfeuer zur Anderswelt.
Durchlässige Zeiten
in denen die Tore offenstehn.

Zwielichtige Nebeltage
eingehüllt
in die lautlos wachsende Nacht.
Jeden Abend und Morgen verkürzt sich das Licht.

Blätterteppiche
golden und rot
königlich ausgebreitet bis ins Unterholz -
zerschellte Sonnensplitter
trösten mir Seele und Herz.

Kerzenlicht am Fenster.
drinnen
oder draussen - ?

Willkommen
Schildfrauen und Kriegerinnen
Ungeborene und gewaltig Gestorbene.
Wilkommen ihr Ahnfrauen,
Kämpferinnen oder duldsam Verschwiegene.
Blutjunge Mädchen, Schwangere, deren neues Leben nach aussen drängt,
runzlige Alte mit faltiger Brust, zahnlos und blind.
Willkommen Großmutter, ich habe lange nicht an Dich gedacht.
Willkommen Mutter in Deinem Rollstuhl. Ihr habt mir die Fellnase mitgebracht,
die erst vor kurzem gegangen ist und meinem Herz noch so weh.

Für Euch alle leuchten die Kerzen.
Tretet ein und nehmt Platz, eine Nacht und viele Erinnerungen lang!

Tretet ein.
Mein Licht weist den Weg.
Meine Tore sind offen und die Teppiche ausgerollt.

ein versuch über deutsche kultur

astrids linkparty zur deutschen kultur wurde verlängert und ich, die ich dieses thema, seit es offen ist, herumrühre, ohne dass was essbares dabei rauskommt, versuche es jetzt doch. 
wird wahrscheinlich wie viele unserer essaktionen. vorspeise türkisch, dann huhn mit marokkanischen oliven und gewürzen, die oliven bei der nachbarin 2 strassen weiter über foodsharing bekommen, also portugiesische diesmal, grieskloß und kompott der deutschen oma wegen und spanischer wein. 

was ist für mich deutsche kultur. meine sprache. okay. aber in dieser sprache lese ich übersetzungen spanischer amerikanischer syrischer türkischer mongolischer schriftstellerinnen und schriftsteller. 

unser grundgesetz. unsere meistens jedenfalls funktionierende rechtsprechung. korruption, die sich in grenzen hält. freie meinungsäusserung. demokratie. ein meistens funktionierendes gesundheitswesen, bildungswesen und müllabfuhr. ihr wundert euch? ohne regelmäßige müllabfuhr (sehr deutsch sehr pünktlich) würde ganz schnell ganz viel zusammenbrechen. 
 
ein staatssystem, das dem einzelnen rechte zubilligt und nicht willkürlich agiert (ausnahmen gibts). musik von mendelssohn, bach, telemann, schütz, reger... ich höre genauso gerne arabische oud, westafrikanische kora, italienische renaissancemusik oder englische, countertenöre, händel. 

nationalsozialismus und das wissen um die shoah, und was ist mit der besetzung palästinas? gehört es zum selbstverständnis der deutschen kultur, drittstärkster waffenexporteur der welt zu sein? und einer deutschen muslimin, die hier aufgewachsen ist, lebt, studiert hat, das grundgesetz repektiert, zu erklären "du kannst machen, studieren, den deutschen pass haben, leisten, egal, was du willst, solange du ein kopftuch trägst, wirst du nie in der mitte dieser gesellschaft ankommen" - ist das typisch deutsch? leberklöße und kraut? mittlerweile kommt mit döner deutsch vor, für hirschgulasch muss ich auf reisen gehn und burger milchknäcke krieg ich nicht mehr.
 
ich merke schon, ich tue mir schwer. was ist für mich deutsche kultur. gartenzäune. verrenkungen zwischen sie und du. regeln, deren sture einhaltung gelegentlich schwerer wiegt als ihr sinn. meine sprache. brot. marmelade. bringt mir bitte jemand ein glas lemoncurd mit? und da sind wir wieder. mittendrin im schmelztiegel. wir sind ein einwanderungsland, das sich zig jahre nicht eingestehen wollte, eines zu sein. wir haben arabische ziffern, türkischen tee, lateinische schrift, arabische und  jüdische wurzeln in unserer religion und philosphie und "dank" der vielzahl der völkerwanderungen und kriege ganz schön viel gemisch in den adern.
ich wünsche mir mehr skandinavischen sozialen wohnungsbau, mehr laissez faire, weniger vorschriften (wir regeln etwas tot, ehe es ausprobiert werden kann, ja, das kann verdammt deutsch sein), mehr sinnvolle flexibilität, ein gerechteres steuersystem,
und ja, ich schreibe, dichte weiterhin auf deutsch. meine sprache ist vermutlich das deutscheste an mir. und die tischdecke. und mein sicherheitsbedürfnis.
 
tja, astrid, schmeckt vermutlich bisschen durcheinander, was? 

werkeln....


Diese Bindung french linked stitch meets coptic stitch  ist mittlerweile einer meiner favourites geworden.  Variantenreich verwendbar und ziemlich simpel.

 
Was wäre ich ohne Wäscheklammern aufgeschmissen!

DIN A 5 Reisenotizbuch Bridges aus einem alten Kalender

 mit Stecktasche vorne

 und Froschtasche hinten


Abstandsstreifen um jede Lage aus dem Umschlagmotiv




Mir ist es zu fummelig, die letzte Lage mit dem Deckel zusammen anzuheften, also gehe ich durch die letzte Lage zweimal und hefte den Deckel in einem separaten Arbeitsgang an. Ist einfacher und nervenschonender.


Ein schöner Rücken kann auch entzücken - Musterbücher für den so benamsten Workshop.



Und ein Händchen voll Visitenkarten aus den Resten von Marmorieraktionen mit meinen Kindern wird auch noch. So, jetzt aber ab in den Garten. Die Sonne ruft!

Treibt's bunt!