Mittwoch, 14. September 2016

vollmond

mond
du schreihals
krawallmacher
machst so hell, dass die scheiben klirren
und die ohren den augen die läden aufziehn
ich schleiche lachend auf den balkon
auf den lichtschneisen lang
die du gröhlend durch die nacht sägst
und tanze dir was 
 
alter schreihals, du
 
 


Sonntag, 11. September 2016

Eco Print

Ghislanas wunderbare Bilder haben mich angesteckt und angestachelt, es auch mal zu versuchen. Gleich vorneweg: Ich hab ne Menge Fehler gemacht und vermutlich deswegen kaum farbstarke Pigmentierungen erhalten, aber sie gefallen mir trotzdem und als interessantes Briefpapier verwende ich sie gerne.

Dillblüten

Samenstände Berufskraut

Sonnenblumenblütenblätter und Schafgarbe

Schöllkraut und Lupinenblatt auf Aquarellpapier - nie wieder. Das Papier funzt schlecht.

Sonnenblumenblütenblätter und Kappenmohngrün.

Schöllkraut.

Lupine, Giersch und eine Borretschblüte, die im Dampf ergraute und kleben blieb.




Fazit: Wird wiederholt, sobald sich ein ausrangierter großer Bräter findet und ein Gitter zum Draufpacken. Und Rostessig werd ich ansetzen um die Eisenschwarzfärbung zu probieren.
Die kritisch beäugende Frage meines Mannes " was machst Du damit?" hab ich unterlaufen mit einer Gegenfrage "was machst Du mit 27 Kisten Ganzsachen?"  - und mich  hingesetzt und auf den blassesten Drucken Briefe geschrieben - Froide. Neue Briefpapier!
Hat jemand von Euch mal Ecoprint auf Papier gemacht, das mit Alaunbeize oder essigsaurer Tonerde eingesprüht wurde? Geht das überhaupt?
Schönen Sonntag allerseits!

Samstag, 10. September 2016

Kürbiskrake + Feigenbaby

Ich krieg das Monster nicht vernünfig auf ein Bild. Er macht von der hinteren Gartenecke lange Armen durch den Garten, hält sich überall fest, baumelt Früchte herum, klettert über die Feuertonne - also nicht benutzbar - wickelt kleine nette Kringelchen an die Sonnenblumen ..... und wandert jeden Tag geschätzte 15 cm weiter. Man sollte nicht zu lange in seiner Nähe stehenbleiben. Er kennt keine Hemmungen. 


Sogar den Rhabarber hat er eingewickelt. Na gut, der Ehrlichkeit halber gebe ich zu, dass es mehrere untrennbar ineinander verwobene Pflanzen sind.  

Neuzugang Feiglein

 sieht zwar gefleddert aus, könnte aber durchkommen. 





Die fragile Gladiole sah ich vor fast 20 Jahren das erste mal im botanischen Garten in Güstrow - ein duftendes Feld voll.  Dieses Frühjahr kam ich an Zwiebeln der acidanthera murielae - und die Wühlmäuse haben sie verschont! Nun blüht sie traumhaft und der Duft ist eine Wonne.


Der Mond spielt Zitronenschnitz, als wir aufbrechen. 
Genug gewässert, genug gepflückt. 

 


















Oh oh Quitte!

Bald werden wir sie kiloweise ernten können. 





 Schon der Duft ist überwältigend!

 Im Vorgeschmack aufs Gelee gibts schon mal Daumenkinos.







Tja. Quitten halt. 
Brauch ich nur noch kleine würzige Mostbirnchen. 
Quittenbirnengelee - der Knaller überhaupt. 
Hmmmmmmmm.
Ich freu mich schon. 


Die Daumenkinos gehen zur Müllerin, die Bücher am Mustermittwoch sammelt!

http://muellerinart.blogspot.de/


Freitag, 9. September 2016

Brückenbau II

Nachdem sich aus den Fotos vom Baufortschritt der Nibelungenbrücke Aufnahmen heraussortieren ließen, die andere Brückenbauten zeigen, bin ich immer mehr davon überzeugt, dass sie von einem der Ingenieure gemacht worden sind. Mal schaun, ich werde einen  link auf fb setzen, vielleicht findet sich der Fotograf ja. 







Nibelungenbrücke Worms I


Als mir vor Monaten auf einem Flohmarkt ein Stapel Schwarzweissfotos von einem Brückenbau in die Hände fielen, war ich beim Durchblättern schon sicher, dort die wormser Rheinbrücke zu sehen.

Die Brücke mit ihrem charakteristischen Turm kenne ich seit meiner frühesten Kindheit, weil ich auf jeder der Rheinseite Großeltern wohnen hatte.

Ich hatte ein Konvolut von Fotos aus allen Stadien des Baufortschrittes gefunden, die vermutlich von einem Ingenieur während der Bauphase gemacht wurden. Der Fotograf ist unbekannt, der Flohmarkthändler war sicher, alle Bilder aus einem Haushalt bekommen zu haben, aber er wusste nicht mehr wann und wie, geschweige denn von wem. 

Ich recherchierte, nachdem ich auf dem einzigen Baustellenschild auf den Fotos den Firmennamen Dywidag gefunden hatte: 

Nachdem die Vorgängerbrücke im zweiten Weltkrieg zerbombt worden war, musste quasi auf den vorhandenen Stümpfen ein neuer Bau wachsen. Die wormser Nibelungenbrücke wurde zwischen 1951 und 1953 erbaut. Ausführende Firma war die Dyckerhoff und Widmann KG (Dywidag Spannbeton). Der mit den Vorlandbrücken insgesamt 744 m lange Brückenzug war die erste Spannbetonbrücke - ohne die Vorlandbrücken 316 m lang. (Zusammengefasst nach dieser Quelle: siehe unten Literaturverweis) 

Einweihung war am 30.04.1953.

Die Bilder habe ich eingescannt und veröffentliche sie nun hier, ehe sie zu meinem Vater, einem begeisterten Fotografen gehen und ihm ein Stück Kindheit zurückbringen - bei der Brückeneinweihung war mein Vater 13 und ich kann mir denken, dass dieses über 2 Jahre lang über den Fluss wachsende Bauwerk für ihn als modellbau- und architekturbegeisterten Jungen faszinierend war. 

















(Quelle und Literaturverweis:

https://books.google.de/books?id=lGqXBwAAQBAJ&pg=PA37&lpg=PA37&dq=spannbetonbr%C3%BCcke+worms&source=bl&ots=HIfAbWKK9W&sig=Z5z50pshOGt17GLMsjC6JF-vlCU&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiBltORpYLPAhVHtBoKHRsfAdoQ6AEIUjAL#v=onepage&q=spannbetonbr%C3%BCcke%20worms&f=false)







Samstag, 3. September 2016

Blüte

Das Alpenveilchen
auf meiner Fensterbank
pünktliche Blüherin
selbstlos verschwenderisch 
zwischen November und Februar
ruhte im letzten Winter.
Auch den Sommer über
blätterte sie spärlich bloß
nahm gelassen Wasser wie Hitze hin
ging nicht ein
- immerhin.
Nun
mit dem letzten Aufflackern 
eines glühenden Sommers, der schon herbstlich wird
an den Morgenden mit Nebel und matt himbeerrotem Sonnenball
faltet sie auf eine Blüte
eine Blüte!
In Purpur leuchtend
aus dem Versteck ihrer herzförmigen Blätter. 

3. September 2016 
Replik für Ralf Maul's Erdbeergenesis