in den frühen morgenstunden mit geräuschen langsam aus dem schlaf hochgezogen werden.
dieses gefühl, wenn deine ohren, dein fühlen, erleben eben noch in einem lebhaften taum steckt und etwas dein gehör buchstäblich umschaltet von innen nach aussen.
die wahrnehmung im vergleich zu der aus schlaf und traum gleichsam spitzer wird, kälter vielleicht, klarer - nein, letzteres erst nach und nach, wenn sich der rest von dir auch aus den traumtiefen nach oben ziehen lässt.
erfolgt das nicht, hat das aussengeräusch-klang-sein weniger kraft, verebbt schnell, geht vorbei oder wird sofort übersetzt und eingeordnet in bekannt (regen) oder ungefährlich (vögel), sinkt alles wieder nach innen-unten richtung traumebene, kehrt das ohr sich nach innen, in den traum, die verschlafenheit, sackt auf den grund, wird weich, unscharf, folgt dem schlafen, einmummeln, einigeln, dem kokon aus eigensein eigenspürung eigenbild eigensynapsengeflacker, eigenfilm.
doch wird das draussen spitzer, hell, fremd, beuruhigend, so taucht das ohr wieder auf, klappt nach aussen. "was ist los bei euch?", denke ich, rolle träge auf den rücken, um mit beiden ohren zu hören, hören zu können, zuzuhören, verstehen vielleicht? ein gezeter von aufgebrachten krähen, tschackernden elstern pflanzt sich von baum zu baum. die einen antworten von weit entfernt, die andern von nah, der mittelpunkt der gezeters, geschimpfes sitzt in den bäumen vor meinem fenster. ob alarm oder angriff oder verteidigungsmodus vermag ich nicht zu entziffern. höre nur das an und absteigen ihrer stimmen, das sich verlagert von den platanen im schulhof zu den nistbäumen über dem parkplatz, von den weiter entfernt stehenden linden beim schloss zetert krakeelt tschackert kraht antwort, sie gehen lange aufeinander oder vielleicht auch auf einen gemeinsamen feind los. auch die falken nisten ganz in der nähe. irgenwann ist ruhe und ich tauche wieder ab und ein in mein traumiversum.
am morgen am frühstückstisch frage ich die andern, habt ihr das gehört? riesige aufregung? wann? weiss nicht. noch nicht richtig hell. aber laut. die anderen haben es nicht gehört. oder geschlafen und die nach innen gekehrten ohren haben die draussenkrakeeler in den traum eingebaut, eingewoben, zum innen gemacht, beim aufwachen ist alles zerstoben.
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