Sonntag, 31. Mai 2026

traum ohr gekrächz

 in den  frühen morgenstunden  mit geräuschen  langsam aus dem schlaf hochgezogen werden.

dieses gefühl,  wenn deine ohren, dein  fühlen, erleben  eben noch in  einem lebhaften taum steckt und etwas dein gehör buchstäblich umschaltet von innen nach aussen.

die wahrnehmung im vergleich  zu der aus schlaf und  traum gleichsam spitzer wird, kälter vielleicht, klarer - nein, letzteres erst nach und nach, wenn sich der rest von  dir auch aus  den traumtiefen nach oben ziehen lässt.

 

erfolgt das nicht, hat das aussengeräusch-klang-sein weniger kraft, verebbt schnell, geht vorbei  oder wird sofort übersetzt und eingeordnet in bekannt (regen) oder ungefährlich (vögel), sinkt alles wieder nach innen-unten richtung traumebene, kehrt das ohr sich nach innen, in den traum, die verschlafenheit, sackt auf den grund, wird weich, unscharf, folgt dem schlafen, einmummeln, einigeln, dem kokon aus eigensein eigenspürung eigenbild eigensynapsengeflacker, eigenfilm.

 

doch wird  das draussen  spitzer,  hell,  fremd, beuruhigend, so taucht das ohr wieder auf, klappt nach aussen. "was ist los bei euch?",  denke ich,  rolle  träge auf den  rücken, um mit beiden ohren zu hören, hören zu können,  zuzuhören, verstehen vielleicht? ein gezeter von aufgebrachten krähen,  tschackernden  elstern pflanzt sich von baum zu baum. die einen antworten von weit  entfernt, die andern von nah, der mittelpunkt der gezeters, geschimpfes sitzt in den bäumen vor meinem fenster. ob alarm oder angriff oder verteidigungsmodus vermag ich nicht zu entziffern. höre nur das an und absteigen ihrer stimmen, das sich verlagert von den platanen im schulhof zu den nistbäumen über dem parkplatz, von den weiter entfernt stehenden linden beim schloss zetert krakeelt tschackert kraht antwort, sie gehen lange aufeinander oder vielleicht auch auf einen gemeinsamen feind los. auch die falken nisten ganz in der nähe. irgenwann ist ruhe und ich tauche wieder ab und ein in mein traumiversum.

 

am morgen am frühstückstisch frage ich die andern, habt ihr das  gehört? riesige  aufregung? wann? weiss nicht. noch nicht richtig hell. aber laut. die  anderen  haben es nicht gehört. oder geschlafen und die nach innen gekehrten ohren haben die draussenkrakeeler in den traum eingebaut, eingewoben, zum innen gemacht, beim aufwachen ist alles zerstoben. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wie war das - für Blogger sind Kommentare wie der Applaus im Theater - na denn, tut Euch keinen Zwang an! Ihr dürft pfeifen, trommeln, klatschen.... mit Euren Kommentaren isses hier nicht so einsam. Danke!
Wenn Ihr auf meinem Blog kommentiert, werden die von Euch eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. Eure IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findet Ihr in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google (https://policies.google.com/privacy?hl=de)
Ihr könnt Euren eigenen Kommentar jederzeit selber löschen oder durch mich entfernen lassen.
Kommentare, die Direktlinks zu unbekannten bzw. unersichtlichen Seiten ( ohne erkennbare URL-Adresse ) beinhalten, werden von mir aus Sicherheitsgründen direkt gelöscht.