Sonntag, 1. März 2020

Ich trage ein Kleid aus Wind


Ich trage ein Kleid aus Wind

Ich trage ein Kleid aus Wind.
Meine Füße stecken in Schuhen, aus Treibholz genäht.
Ich halte mein Herz in den Händen
und warte auf schmelzendes Eis.

In meinem Haar rasten Vögel,
auf ihrem Weg aus dem Süden von Schnee überrascht. 
Sie singen vom Frühling.

Meine Schritte lassen das Grün los.
Ich schicke den Löwenzahn vor, er sprengt selbst Asphalt.

Bienenschwärme verberge ich unter der Achsel,
fallen die Winterstürme über mich her.

Meine Augen sind tiefgrüne Teiche,
mit Regen gefüllt.
Am Grunde regen sich Molche, träge Fische
und die grausamen Krieger der Libellen.

Singe ich, so erröten die Sträucher,
legen Pflaume und Schlehe duftende, weisse Schleier an,
setzen Krokus und Winterling
Blütendotter ins schüttere Gras.

Mit einem Schulterzucken
schicke ich meine Bienen los.

Ich trage ein Kleid aus Wind.



(c) Eva 29.2.2020

1 Kommentar:

  1. Wunderschön.Zur nächsten Kalenderarbeit unserer Gruppe passt es thematisch nicht, aber wie gern würde ich diese Zeilen von dir schreiben.Danke, dass du es mit uns teilst.
    viele Grüße, Karen

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Wie war das - für Blogger sind Kommentare wie der Applaus im Theater - na denn, tut Euch keinen Zwang an! Ihr dürft pfeifen, trommeln, klatschen.... mit Euren Kommentaren isses hier nicht so einsam. Danke!
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