Dienstag, 27. Februar 2018

Mustermittwochkleinklein

Michaelas letzter Kleingemustert-Mustermittwoch
und nach ein paar Wochen Pause nun nochmal Musterkacheln 
- Größe: 4,8 cm x 4,8 cm


beim Umblättern meiner Schnippelunterlagenzeitschrift fielen mir die kleinen Muster auf...


Montag, 26. Februar 2018

Papierliebe am Montag

Gesichtergeschichten                 sketchbook






Für Susanne zum letzten Gesichtermontag noch ein bisschen Quatsch.
Macht Ihr das auch? Abbeissen und gucken, was für ein Gesicht das Brot dann macht?
Oder was es für ein Tier ist? Riesenspaß mit Kindern.

noch ein bisschen popartspielerei....





Treibt's bunt!

Mittwoch, 21. Februar 2018

eye poetry februar 2018

Die liebe Andreaholunder führt die eye poetry ins zweite jahr und ich möchte wieder teilnehmen.

Sie hat uns das Lerchenlied als Inspiration gegeben.

Das Lerchenlied
Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Nun geh ich durch die Menge,
geh ruhig und mit Lust,
weiß keiner, was für Klänge
ich trag in meiner Brust.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt's mir im Herzen nach. 

Johannes Trojan
Ich wollte versuchen wie im letzten Jahr schon mehr in die dritte Dimension zu gehen und hier liegen grade leere Streichholzschachteln herum...
Aber erst mal galt es Lerchenabbildungen zu finden. 
Die fröhlichen Haubenlerchen, die wie Spatzen in den Lehmwegen meiner Kindheit herumhüpften, gibt es nicht mehr, sie stehen auf der roten Liste. Wie traurig!  
Letztes Jahr hörten wir sie auf Rügen. Der zwitscherige Gesang, der sich hoch und höher mit dem schwirrenden Vögelchen in den Himmel schraubt! Wie freute ich mich. 
Ich wollte einerseits den Text verwenden, aber ihn in eine Unsichtbarkeit verfremden, die der der Vögel entspricht. 


So schrieb ich ihn huschelig auf ein Leporello, überstempelte und übermalte ihn und setzte ein paar Lerchen, sozusagen als Erinnerung an die kleinen Kerlchen darüber. 
Die Schachtel trägt auch einen der kessen Vögel. 



Husch husch Kleines, flieg rüber zur Andrea und grüß die andern Lerchen!

Wie immer, vielen Dank für Deine liebevolle Textauswahl, Andrea! Freude und Ansporn!

update playlist for creativity: Josh Turner (all videos... since yesterday)

Dienstag, 20. Februar 2018

tell a story bus und bahn

Hui, ich muss mich ja eilen. Ihr habt schon wieder alle so tolle Bus- und Bahngeschichten geschrieben! Emma mit tells a story ruft mit Bus und Bahn unterwegs als Thema aus.

Bahn: Ab der 5 Klasse bis zur 13 Zug fahren. 10 Minuten Fahrrad - Schussfahrt, Rad auf Gleis eins hinschmeissen abschliessen, über das Gleis rüberrennen, durch die Unterführung galoppieren, in den anfahrenden Zug hopsen  einsteigen und mit einem Pulk krakehlender Schulkamerad*innen Zug fahren.
Ich bin bei offenen Türen mit helfenden ziehenden Händen eingestiegen, ich bin in weit offene Gepäckwagen gehechtet, Ranzen vorneweg zur großen Rolltür reingepfeffert. Und so oft über Gleis eins gerannt... oh mann.

Strassenbahnfahren in Riga

Könnt Ihr Euch noch an die Triebwagen erinnern? 

Klein pummelig rot. Der Lokführer saß vorne, nur getrennt von einem popligen Schiebetürchen von einer Horde aufgedrehter Schulkinder. Die Triebwagen hatten an den Aussenseiten große Schubfächer, in die jeweils das Schild gesteckt wurde mit dem Zielbahnhof. Die nicht verwendeten Schilder lagen vorne vor dem Schiebetürchen auf der Bank. 
Und wenn 50 gröhlende Schüler einsteigen sieht kein Lokführer mehr die Schilder, aber ein Haufen Schulkinder hat die Schilder in Händen und veranstaltet den ohrenbetäubendsten Theaterdonner.
 Ich glaube für die Triebwagenlokführer war der Samstagmittagzug die Strafe schlechthin. (Ja, Samstags war Schule!)

Eisenbahnbrücke Mainz-Nord

Ich bin mit der Bahn zum Studium gependelt, zu meinen ersten Arbeitsstellen und fast immer in den Urlaub gefahren.

Gegen Ende der Achtziger eine Reise nach Sucha Beskidska, Polen. Wir blieben zu einer Hochzeit drei Wochen und fuhren in der Zeit oft mit dem Frühzug nach Krakau und abends wieder zurück. Die polnischen Züge waren nun ja eher etwas schwammig mit der Pünktlichkeit... Aber wir hatten Gaudi mit den Schulkindern, die ihre Sprachkenntnisse an uns ausprobierten.

Eine Reise nach Ungarn vor 19 Jahren, mit dem Zug nach Gyula nahe der rumänischen Grenze. Es gibt leider keine Fotos. Stellt Euch vor: Der Nachtzug von Budapest nach Constanza (ein ausrangierter deutscher Zug mit diesen Griffen zum runterdrücken) fährt mit offenen Türen durch eine warme Sommernacht. Landschaft ohne Strassenlaternen. So richtig richtig Nacht. Und wir hängten rückwärts die Köpfe aus den Fenstern, über uns das herrlichste Band der Milchstraße. Wir haben uns versprochen, eines Tages nehmen wir den Zug nochmal, aber bis Constanza. 

U Bahnfahren in Budapest! 
Ich war geplättet, wie tief die Rolltreppen gehen! 

Überhaupt Zugfahren in Ungarn: Superpünktlich. 
Die Überlandbusse halten auf Zuruf / Zuwinken. Genial.

Ich bin eingeschworen auf Bahnfahren. Entspanntes Reisen, Kinder haben Platz zum Rumlaufen, lesen, dösen, schreiben, zeichnen, einfach rausgucken, Leute kennenlernen. Vier Menschen, vier Treckingrucksäcke, wir sind unterwegs. Manchmal vier Fahrräder dabei. Ich habe bis heute keinen Führerschein, wir kein Auto. Für uns ist es einfach eine andere Art der Organisation. Ich bin froh und dankbar, dass ich so leben kann.

in Strasbourg unter einer Brücke durchfahrend

Als die Flöhe klein waren, fuhren wir manchmal nach Oppenheim zur Burg Landskron oder nach Bad Münster am Stein, wandern. Die Kinder haben manche Zugstrecke in den Gepäckablagen kletternd verbracht. Darüber müssen wir heute noch lachen. Wir waren herrlich entspannt lausige ungezogene Eltern.  

Montag, 19. Februar 2018

tell a story - mit dem Rad

Über Ghislanas schönen Fahrradpost bin ich zu Emma gestolpert und dem Aufruf tell a story - mit dem Fahrrad
Radfahren lernte ich mit Omas großem 28 Zoll-Rad auf der damals noch unbefestigten Straße vor ihrem Haus. Zu hoch das Ganze, um sitzend an die Pedale zu reichen, aber toll zum Rollern und Sausen und im Stehen strampeln. Wie alt ich da war? Irgendwas zwischen 5 und 7 glaube ich. Dann bekam ich ein eignes Rad, ein rotes Damenklapprad, das ich so lange fuhr, bis es geklaut wurde. Nach diesem gab endlich ein großes Rad für mich. 26 oder 27 Zoll, mit dem waren wir Anfang der Achziger zu Fünft auf einer Radtour rund um den Bodensee. Das Format war so ausgefallen, dass wir auf der schweizer Seite, als mir der Mantel riss, keinen Fahrradmonteur fanden, der einen passenden Mantel hatte! So steckte er unter das gerissene Mantelstück ein Ersatzstück eines Stollenmantels, pumpte auf und es hielt. Ich fuhr am andern Tag etwas hoppelnd - der Reifen war ja an einer Stelle dicker/höher - bis auf die deutsche Seite, wo wir dann einen Velo-Schrauber fanden, der auch meine Mantelgröße führte. 

Zur Schule fuhr ich die Monate Mai bis Oktober mit dem Rad, 10 km über die Landstraße. Im Sommer waren wir ein ganzer Pulk Kinder und Jugendliche, die gemeinsam radelten. Als der erste ein Mofa hatte, hängten wir uns dran. Großes Gejohle! Wenn man zu spät in den Unterricht kam, griff man vorher kurz in die Kette, zeigte verschmierte Pfoten vor und entschuldigte sich mit "mir ist die Kette runtergefallen"...

Mein Vater übte mit mir Platten flicken, Dynamo austauschen und Birnchen wechseln, Kabel neu ziehen, Kontakte prüfen etc., denn ohne Licht durfte ich nicht fahren. 
Diese Verantwortung wünsche ich mir jeden Winter, wenn es mit all den unbeleuchteten Crashradlern in der Stadt ständig beinah-Unfälle gibt! Es ist einfach so rücksichtslos und scheissgefährlich, ohne Licht zu fahren!
Was ich leider nie gelernt habe, ist eine Gangschaltung wieder einrichten. 

Irgendwann suchte ich mir mein erstes 28 Zoll Rad aus. Mit hohem gebogenem Lenker - so hollandradmäßig, eine Fahrradform, die dem alten schwarzen Rad meiner Oma entsprach, auf dem ich fahren lernte und die mich seither nie mehr verlassen hat. Darauf fahre ich am bequemsten. In den Zeiten der schwer lädierten Hüfte, als mir das Rad über Jahre die Beine ersetzte, war der tiefe Einstieg Gold wert und ich habe nie aufgehört zu fahren. Schön viel Gänge und ich radle hoch auf den Lerchenberg. 

Wir wohnen mitten in der Stadt und erledigen radelnd alles. Arbeit, Schule, Einkäufe, als die Kinder klein waren mit Anhänger und / oder Kindersitz, Lastenanhänger für alles, was in den Garten muss oder sonstwohin. 


mit den Rädern im Garten, 2014 (nein, der Kerl hat keine Skoliose, er bläst den Bauch auf und macht Quatsch) 


   Lesestoff und Schulhefte gehen im Sommer mit raus. 



 Ich habe eine großen verbeulten Korb, in dem ich viel unterkriege.  So auch den wunderbaren Treibholzbrocken:
kleiner Wal vom Rheinufer....

Das bisher schwerste: Im Anhänger 3 hölzerne Kompostmieten aus dem Baumarkt, ein kleiner Sack Anzuchterde, Stickel für's Himbeerbeet. Boah, was ne Strampelei!

Die Kinder radeln genauso zu Schule, Sport, Musik, Freunden. 
Im Urlaub werden Räder geliehen.

Von der letzten Tour im alten Jahr hab ich ja schon erzählt:
Am Main entlang. 





Ohne Rad wär ich nur halb. Und eine Bauchlandung bei Glatteis hält mich nicht davon ab, wieder zu fahren. Liebe Emma, danke für diesen Aufruf zu Geschichten!

Samstag, 17. Februar 2018

So Tage halt

So Tage an denen ein gefundener Einkaufszettel schon ein Gedicht ist

Deo
Essig
Spüli
Ouzo

Kaiserstraße, angeweht im Türrahmen der Hausnummer 47. 


Danke für Glückwünsche, Daumen halten, Gesundwerdumarmungen, Euer Zuhören, Zulesen, Zurufen. Danke. Unschätzbar. 

Männe kriegt Blutkonserven, endlich was zu essen und Stoßtherapie Cortison. Langsam wieder Farbe im Gesicht.
Ich kriege blaue Flecken, bessre Laune, wenn ich sehe, wie es ihm besser geht und neue Krankenhausgeschichten.   
Arzt zu meinem Mann: Irgendwoher kenn ich Sie. Grübel. Arbeiten Sie in der Unibibliothek? Mann: Ja.
... den kennt halb Mainz ...
Die Tauben im KKM gehen zu Fuß vom achten in den siebten Stock, um dort hinter der defekten Dachverkleidung zu nisten. Ihr Getrippel über unseren Köpfen.
In der Grünanlage Reste von Schnee, Flecke mit Winterlingen, goldkugelig im grünen Fransenkragen, Schneeglöckchen und lila Krokanten. Die Osterglocken winken mit schlanken Knospen. 
An der Ampel strahlt mich ein alter Mann auf dem Fahrrad mit einem unsagbar schiefen dreizahnigen Lächeln an. 

Und nun den Bauch voller frittiertem Rosenkohl - mag wer was abhaben? 

Schlaft gut.  

Freitag, 16. Februar 2018

und noch eins drauf...

bisschen zu viel grade.
seit mittwoch ist der gatte im krankenhaus, nachdem ihm beim anlegen der eiseininfusion beim hausarzt die lichter ausgingen. sie füllen ihn auf mit blutkonserven, da der hb wert sich nicht von 5,8 hochbewegen will. zu viel blut verloren. über monate im grunde...  die hautfarbe von fensterkitt hält sich. der entzündete darm suppt.
und dann ist heute morgen glatteis und ehe ich es sehe, liege ich schon. zongpäng aufs linke knie. die restliche landung, vorbildlich, längelangs, arme nach vorne, die fette jacke federt alles ab. nur halt: knie versus asphalt, da ist klar, wer verliert. 
ich könnte heulen vor schreck und schmerz. nette leute stellen mich wieder auf die beine, ich bewege alle teile, sage "danke, geht" und krauche mit meinem rad wieder heim. telefoniere im büro ab, lege mich lang, eis aufs knie, das von lila bis blau schillert, leise anschwillt, wummert. fühle mich festgenagelt in der halbwegs waagrechten, krücken greifnah. 
die kinder versorgen den vater, der zeugs im krankenhaus braucht. ich krückle und übe mich in geduld, tee trinken, kram im känguruhbeutel transportieren und auf einem klappstuhl sitzend kochen, ha, was nicht alles geht. und draussen das schönste wetter.