Sonntag, 12. November 2017

eye poetry die neunte

Andreas eye poetry aktion ist immer wieder spannend, herausfordernd und unglaublich vielseitig zu sehen bei allen die mitmachen, was an Interpretationen herauskommt. (Deutsche Grammatik? Hä?)

Diesmal stellt sie uns Yeats als Aufgabe.

Er wünscht sich die Kleider des Himmels

Hätt ich des Himmels reichbestickte Tücher,
bestickt aus Golden- und aus Silberlicht,
die dunklen, die blauen und die hellen Tücher,
aus Nacht, aus Tag und aus der Dämmerung,
legt ich die Tücher dir zu Füßen.
Doch ich bin arm und habe nichts als Träume,
so leg ich meine Träume dir zu Füßen.
Tritt leise, denn du trittst auf meine Träume.

William Butler Yeats  

 Mir war von Anfang an klar, was ich machen wollte und was ich benutzen wollte. Ganz klassisch ein Abendhimmel  in Pastellkreide. Nun hab ich mit Pastellkreiden weder Erfahrung noch Übung. Die sind etwas, womit ich mir schwertue, die Pfoten einsaue, zwei Minuten später dann das Bild (trotz Finger abwischen) hrrrgh. Und ich wollte auf strukturiertem Papier werkeln, da ich es mag, wie die Farben die Struktur sichtbar machen. Frottageeffekt...

Also rumprobieren.


 Unzufrieden aufhören. Das Papier fusselt sich ab, ich habe Flocken von Kreide und Papier auf dem Tisch. Es gefällt mir nicht. 

Zweiter Versuch auf ziemlich altem dünnem Maschinenbütten aus Mutters Fundus.


 Hmpf. Vorher darüber nachdenken, wie ein Schuh am Bändel baumelt, wäre hilfreich....

Welche Laterne will ich überhaupt?

Anderes Papier.



 sie hat die Schuhe schon abgelegt.... für sanfte Schritte auf den Traumtüchern
 
Für die Stickereien Gold.

Vielleicht lad ich morgen noch mal Fotos hoch mit Tageslicht.
Für heute abend aber schicke ich meinen Yeats rüber zu Andrea. In der Linkliste bei ihr findet Ihr all die anderen Interpretationen!

 
He wishes for the Clothes of Heaven

Had I the heaven's embroidered cloths,
Enwrought with golden and silver light,
The blue and the dim and the dark cloths
Of night and light and the half-light;
I would spread the cloths under your feet:
But I, being poor, have only my dreams:
I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams

William Butler Yeats 

Kommentare:

  1. Ich muss lachen, denn ich bin auch so eine Pastell-Verhinderte... Prinzipiell verwischt bei mir alles, bevor ich zu irgendwelchen Fixierungen greifen kann ;-). Ich habe sie jetzt seit Jahren nicht aus der Schachtel geholt... Die zum Text so fein passenden Stimmungen deiner Bilder gefallen mir aber sehr, und die da stehen gelassenen Schuhe..., entzückend... Lieben Gruß Ghislana

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  2. Ich find's klasse, dass du auch deine Fehlversuche zeigst und lachen musste ich bei der ersten Laterne, da ich gleich einen Galgen gesehen habe...
    Das letzte Werk ist doch wunderbar gelungen, wie schön auch Goldstickerei darin!
    Auf Tageslicht warte ich momentan auch fast jeden Tag, meistens vergeblich zur Zeit.
    Liebe Grüße Ulrike

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  3. ha ha, ich hab da auch erst einen galgen gesehen! wachskreiden ist auch nicht gerade mein lieblingsmaterial, aber ich finde gerade dein letztes bild mit der goldstioickerei sehr, sehr schön!
    liebe grüße
    mano

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