Mittwoch, 23. November 2016

hmpf. Das Leben nicht nur vor meiner Tür ....

Ich bin keine sehr eifrige Zeitungsleserin.  Oder Nachrichtenguckerin. Die Amerikawahl war für mich eine zwischen Pest und Cholera, na dann jetzt also Cholera. Und ansonsten hab ich gedacht, hoffentlich ist das Vor-Wahl-Gedöns bald vorbei, weil ich irgendwann nur noch genervt war von dem Medienzirkus hier wie dort (und es ein bisschen immer noch bin, so eine seltsame Stimmung zwischen genervt und gelangweilt und sehr aufmerksam abwartend.) Als es vorbei war und ich das erste jammernde Schauspielerinnenvideo sah "Bitte Mr Trump, tu uns nicht weh" schämte ich mich fremd und dachte, oh Gott, was soll das denn jetzt?! Ich lese mich jetzt erst so nach und nach durch diverse links und posts und Artikel und trala. Frau Meikes post habe ich mit seinen links noch nicht alle durch, fühle mich aber schon jetzt sehr vielfältig mit Informationen versorgt. Astrid bin ich dankbar für ihre Zusammenfassung und auch für den regen Kommentarverkehr, der sich dranhing. Frau Hecht-Galinskis Artikel lese ich, auch wenn mich der permanent aufgeregte Ton wie immer schnell anödet, völlig unabhängig vom Inhalt und Relevanz.  Sehr angeregt hat mich Kiki Thaerigens "meine zwo cent".
Klar, die Wahl beschäftigt mich, die Situation in Deutschland, unsre bevorstehende Wahl, die Feigheit, der etablierten Parteien, heisse Eisen anzufassen und sich evtl. unbeliebt zu machen, beschäftigt mich, die Fehler und Versäumnisse, die wir alle mit der Nichtintegration der Gastarbeiter und ihrer mittlerweile in der dritten Generation hier lebenden Kinder gemacht haben, beschäftigt mich, (lese eben grad aktuell Navid Kermani und Seyran Ates) Altersarmut, Kinderarmut, Alleinerziehende in prekären Lagen, aus denen sie bis zum Rentenalter nicht rauskommen, Türkei und Menschenrechtsverletzungen und der größenwahnsinnige paranoide Herr Erdogan, Israel und 70 Jahre Völkerrechtsverletzungen, bedingungsloses Grundeinkommen, Justiz und Polizei mit ihrer Blindheit bzgl. rechtsradikalen Straftaten, Merkel und das Aussitzen von allem Möglichem und einigem Unmöglichem dazu  mit ihrem Blümchenblick, der einstudiert betulichen Sprechweise und der Muttiraute, grrrrr  --- soll ich weiter aufzählen? Nein.

Ich lese, ich denke, ich diskutiere mit Freunden, aber ich hab einfach keine Lust, das alles auf meinen blog zu holen. Mag sein, dass der blog dadurch wirkt wie die Ramafamilienseite oder so, aber ich merke auch, das ist mir wurscht. Mein Leben besteht aus so viel mehr, als dem bisschen, was ich gelegentlich online stelle, hauptsächlich um mit all den Mädels in Kontakt zu bleiben, die ich über die Advents- und Sommermailartaktionen und Köln kennengelernt habe und bei denen mitzulesen und gucken ich schätze.
Wundert Euch nicht. Das musste mal grade gesagt werden. 

*****
 Andererseits

Montag abend ein Treffen mit drei Frauen, mit denen ich einmal die Woche feldenkraisle. Wir sind zwischen Mitte Vierzig bis Mitte Sechzig,  drei noch im Beruf, eine in Rente, wir essen gemeinsam, reden über alles um uns rum (freie Auswahl der Themen  s.o., ich glaub, alles kam dran) und später sprechen wir über's älter werden und Lebensentwürfe dazu, auch mit wenig Rente, über unsere Mütter und Großmütter, Lebensmuster, Altersdepression, über plötzlich noch mal verlieben (ist der Ältesten von uns grade passiert und sie strahlt wie ein Äpfelchen und wir freuen uns mit ihr), über Pläne nach der Rente,  Krankheiten,  die Frage, bis wohin reicht die eigene Energie. Ich bin unglaublich froh über diese Menschen und diese Gespräche.

Nicht zuletzt mein burnout 2014/2015 hat mich gelehrt, öfter erst bis 10 zu zählen und aufzupassen - und dankbar zu sein!

Und das muss ich jetzt auch noch schnell erzählen: Gestern beim Einkaufen im Gang des Supermarktes ein kleines Mädelchen, tanzend, Schritt her, Schritt hin, Kopfwackeln. Ich grinse sie beim Vorübergehen an und gehe ebenso tanzend wie sie weiter. Drehe mich um. Wir grinsen. Ich tänzle weiter, bin fast aus dem Gang raus, da hör ich hinter mir schnelles Füße stampfen, ratatata. Ich gucke über die Schulter und stampfe Antwort, ratatata. Im Gang ein helles Kinderlachen, zahnlückig mit frechen Zöpfen und sehr kleinen pinken Turnschuhen.

Leben geht nur in echt, Bild und Ton, Geschmack und Gestank!

Treibt's bunt!

1 Kommentar:

  1. Da muß ich Dich, trotz Grippe, mal eben virtuell drücken- ist ja nicht ansteckend, die Grippe, so virtuell.
    Lieben Lisagruß!

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