Samstag, 6. August 2016

ein art journal denken


Ostseeblasentang



Wenn ich mir ansehe, wie schwer ich mir mit dem art journal tue, komme ich echt ins Grübeln. Okay, ich stehe total am Anfang, alle Anderen (Bloggerinnen) sind Input, Anregung, Inspiration, Vorbilder. Ich versuche mich mal auf diese, mal auf jene Weise mit collagieren, zeichnen, kleben, aber nichts fühlt sich echt an. Ich habe meine Stimme noch nicht gefunden. 
Da ich vom Wort komme und die rein bildliche Umsetzung jahrelang brach lag (bei einer meisterhaft zeichnenden Mutter, die jeden Kinderschritt im Zeichnen mit "ganz schön, aber..." begutachtete und mich dazu brachte, nichts mehr zu zeichnen, vielleicht kein Wunder) fällt es mir unglaublich schwer. Streckenweise eile ich durch ein Bild, eine Collage, ein irgendwas, als wäre ich gehetzt, getrieben, müsste Abgabezeitpunkte einhalten und irgendwem was beweisen. Das bin nicht ich. Fühlt sich schief an, unecht, gezwungen.  

Nein, halt, stimmt nicht. Es gibt sie, die Sachen, bei denen ich mich habe treiben lassen. Die Studien von Blättern, Ranken und Schoten der Glyzinie. 
Mit ganz viel Zeit im Garten der Ferienwohnung entstanden. 





Dort auch die Clematisblüten, Übungen in Blütenblätterperspektiven, etwas, was ich schlecht kann, schlecht sehe und nur langsam, übend übend übend vom Auge zur Hand bringe. 




Mich treiben lassen dabei. Ohne Zeitrahmen. 
Auch die Schneckenhäuser sind so entstanden. 



der Bonsaificus
 


Und Bonny, die Gastgeberkatze, als es drausssen regnete und sie bei uns auf dem Stapel Stuhlauflagen schlief und schnurrte. 



Aber was ist das denn, denke ich dann, wenn ich all Eure farbenprächtigen Bilder ansehe, die Collagen und strahlenden Aquarelle von Ulkau, MiSchra, Tabeas wundervolle Katzen in der Sommerpost, Michaelas Bücher und Muster, ich würd auch gern so - aber ich bin es nicht. Ich bin so viel leiser, blasser vielleicht. 
Ob ich den Blog wieder schließen soll, hinschmeissen? Sommer mail art und solche Aktionen finde ich wunderbar, ich tue gerne mit dabei, habe ein Thema, eine Aufgabe, ein Ziel und Austausch. Aber nur so vor mich hin? Das ist es nicht wert, gezeigt zu werden, denke ich dann und ein andermal, doch.  Doch. 



Einfach, weil es meine Stimme ist. Eine leise vielleicht. Eine ungeübte. Eine, die sich nicht so oft hören lässt. Eine, die vom Wort kommt und immer wieder dort hin geht. 
Ich wünsche Euch einen schönen Sommer. 




Kommentare:

  1. Ich finde deine Journalseiten wunderschön. Sich treiben lassen und Zeit nehmen, genau das ist Art Journaling. Inspiration holen und kreativ sein. Und es ist DEINS. Ich bin der Meinung man soll sich (und auch seine Kunst) mit absolut niemandem vergleichen. Jeder ist einmalig, sowie die Kunst. Falls es sich schief & erzwungen anfühlt ist es vielleicht ganz einfach in dem Moment nicht das was du brauchst.
    Ich bin z.B. keine "Schreiberin" mir fallen die Worte schwer, ich kann mich aber ganz wunderbar "bildlich" äußern. Deswegen habe ich aber mit dem Bloggen angefangen. Ich muss zu den Bildern auch dann was dazu schreiben. Für mich auch schief und erzwungen. ♥ Irgendwie komisch, oder?! Wir sind alle unterschiedlich... aber doch irgendwie all gleich ♥
    Mach weiter so liebe Eva!
    Liebe Grüße ♥
    MiSchra

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  2. Ach MiSchra, vielen Dank!<3 Du baust mich auf, lach. Liebe Grüße, Eva

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