Freitag, 24. Juni 2016

erinnern...



wenn sie uns wegsterben,
von rechts und von links,
die eltern,
unsere eigenen und die unserer freunde und liebsten,
wenn sie uns wegsterben,
spüren wir,
wie dünn die luft wird um uns
und wie leer unser leben.

auf einen schlag so leer,
egal wieviel zeit uns geblieben war, geschenkt, vergönnt, 

gemeinsame tage zu füllen, geizig vor dem drohenden tod,
oder ob es schnipp gemacht hat von jetzt auf sofort
und abgeschnitten die lebensfäden.
die leere ist JETZT.
nun müssen wir sie zu füllen versuchen,
gemeinsam,
mit hervorgeholter,
hoffentlich nie versiegender erinnerung,
die wir teilen und tauschen
wie sammelbildchen auf einem schulhof:
- was weisst du noch? was ich? was mein bruder? -
sie betrachten, beweinen, belächeln.
auch der zorn oder ohnmächtige,
nie mehr an den menschen zu bringende wut
werden ausgepackt und erinnernd in bildern und tränen
vom einen zum anderen weitergereicht.

ich jedoch hoffe auf dankbarkeit.

wir sind die nächste generation.

Kommentare:

  1. Liebe Eva, jetzt bin ich beeindruckt. Jemand zu verlieren ist so niederschmetternd und unendlich traurig. Ich finde deine Worte sehr einfühlsam und absolut treffend und die berühren mich zutiefst. Der Schmerz kommt, lässt aber nach. Tage vergehen und das Leben wird wieder leichter. Dennoch sind manche Tage so trostlos und voller Trauer.
    Vielen Dank für dies Zeilen. ♥
    Liebe Grüße,
    Michelle (oder auch MiSchra) ♥
    www.KreativTreff.blogspot.de
    www.MiSchra.blogspot.de

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    1. Liebe Michelle, ich danke für Deine lieben Worte. Grüße vom Rhein, Eva

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  2. Liebe Eva, Dein Gedicht hat mich gerade sehr bewegt, denn ich musste unwillkürlich an meinen Vater denken, er starb vor zweieinhalb Jahren. Du beschreibst sehr gut und sehr treffend, wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren. Es lebe des Leben ...

    Liebe Grüße, Pirandîl

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    1. Lieber Pirandil ich danke Dir, und ja, es lebe das Leben! Noch einen fruedevollen Sonntagabend. Liebe Grüße, Eva

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